12.10.2017 Regensburg

Übergriffe

Sicherheitsdienst und Polizei von Flüchtlingen verprügelt

Bajuwarenkaserne Regensburg
Foto: Christian Eckl
Regensburger Polizisten werden immer wieder Opfer von Übergriffen. Doch nicht immer wird die Öffentlichkeit darüber informiert. Auch nicht, als Äthiopier in der Bajuwarenstraße den Sicherheitsdienst attackierten.

Es ist eine weitere Gewalttat direkt gegenüber dem Polizeipräsidium in der Bajuwarenstraße: Nach einem brutalen Prostituierten-Mord durch einen abgelehnten Asylbewerber aus Mali sorgte vergangene Woche ein Messerangriff für Entsetzen. Bereits am 2. Oktober forderte ein 19-jähriger, polizeibekannter Iraker Einlass in der Asylbewerberunterkunft in der Bajuwarenstraße. Als man den Mann nicht reinließ, zückte er ein Messer und attackierte einen zufällig dort stehenden 23-jährigen Landsmann. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts.


Immer wieder werden Asylbewerber selbst Opfer von Asylbewerbern. Aber auch die Sicherheitskräfte riskieren offenbar ihre körperliche Unversehrtheit, wie ein Fall zeigt, den die Polizei nicht in ihrem Bericht an die Medien erwähnt hatte. Ein Leser informierte uns über ein Großaufgebot an Polizei in der Zeißstraße am 25. September.


Äthiopier gingen auf Sicherheitsdienst los
Erst auf Anfrage des Wochenblatts räumte die Polizei ein: „Es wurden zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet, einmal wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und einmal wegen Körperverletzung“, also keine leichten Straftaten. Zuvor waren äthiopische Asylbewerber auf den Sicherheitsdienst losgegangen. Polizisten schildern dem Wochenblatt auch immer wieder, dass Kollegen oder sie selbst Opfer von Übergriffen in den Asylbewerberheimen und in der Erstaufnahmeeinrichtung werden. Viele Polizisten verstehen indes nicht, warum die Medien nicht über die Vorfälle berichten. Sie vermuten politische Motive der Medien – doch viele Fälle werden entweder nicht von der Polizei an die Medien gemeldet oder sie werden nur durch Zufall bekannt, wie der Übergriff in der Zeißstraße. Die zuständige Polizeiinspektion Süd bestätigt jedenfalls gegenüber dem Wochenblatt auf Anfrage: „Im laufenden Jahr 2017 kam es im Dienstbereich der Polizeiinspektion Regensburg Süd zu drei Einsätzen in Asylbewerberunterkünften, bei denen es zu Körperverletzungsdelikten zum Nachteil von Polizeibeamten kam.“ In einem Fall wurden zwei Polizeibeamte, bei zwei weiteren Vorfällen jeweils ein Beamter leicht verletzt, hieß es.

Autor: Christian Eckl
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