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25.05.2012 Regensburg

Regensburg baut weiter Chips

Sicher: Osram baut LED-Fertigungsstätte in China

Osram-Werk in Regensburg
Foto: Osram
Jetzt ist das bestätigt, was das Wochenblatt bereits vor wenigen Wochen berichtet hatte: Siemens baut für die (Noch)-Tochter Osram ein Werk in China. Allerdings soll die Fertigung von LED-Chips nach wie vor unter anderem im hochspezialisierten Werk in Regensburg erfolgen.

Osram wird hübsch gemacht für die Börse: Während einerseits Produktionsstätten von der veralteten Glühbirnen-Technik abgebaut werden, investiert Siemens für die Licht-Sparte Osram in China. Eine bisher unbestätigte Information wurde nun von der Agentur Dow Jones Newswire bekräftigt. Demnach soll in der chinesischen Provinz Jiangsu eine Fertigungsstätte für etwa 1.600 Mitarbeiter errichtet werden, in der LED-Chips verbaut werden. Nach wie vor sollen diese aber in Regensburg und Penang gefertigt werden, heißt es.

„Mit der neuen Fertigung wolle Osram den Zugang zum weltweit größten Einzellichtmarkt verbessern, sagte Aldo Kamper, CEO der Osram Business Unit Opto Semiconductors", heißt es in der Agentur-Meldung.

Osram selbst gab dazu eine Presseerklärung heraus:

 

„Die OSRAM AG hat mit dem Wuxi New District Administrative Committee einen Vertrag für den Bau einer neuen Fertigungstätte in der chinesischen Provinz Jiangsu unterzeichnet. Dort sollen ab Ende 2013 LED-Chips in ihr Gehäuse eingebaut werden (Backend). LED-Chips werden weiterhin ausschließlich in Regensburg und Penang gefertigt (Frontend). „Mit der neuen Fertigung verbessern wir unseren Zugang zum weltweit größten Einzellichtmarkt“, so Aldo Kamper, CEO der Osram Business Unit Opto Semiconductors. „Als einer der bekanntesten Lichthersteller der Welt wird Osram mit seinem neuen Werk die Entwicklung der LED-Industrie in Wuxi und der Provinz Jiangsu vorantreiben“, so Lixin Huang, Mitglied des Standing Committee of Jiangsu Provincial CPC Committee und Secretary of Wuxi Municipal CPC Committee in China.


Im Zuge der stark wachsenden Nachfrage nach Produkten auf LED-Basis schafft Osram neben den Chipfertigungen in Regensburg (Deutschland) und Penang (Malaysia) nun weitere Fertigungskapazitäten in Wuxi (China). Das Unternehmen stärkt und verbessert damit seinen Zugang zum weltweit größten Einzelmarkt der Lichtbranche. Der Produktionsstart der neuen Fertigung ist für Ende 2013 geplant. In der Endausbaustufe sollen dort bis zu 1.600 Mitarbeiter beschäftigt sein.


Am neuen Standort Wuxi nahe Shanghai werden künftig die in Regensburg und in Penang produzierten LED-Chips (Frontend) in Gehäuse verbaut (Backend). Weiter ergänzt die neue Fertigungstätte in Wuxi das Werk in Penang bei der Herstellung von Produkten für Schlüsselsegmente des chinesischen Marktes wie Anwendungen in der Allgemeinbeleuchtung, Automobil und Industrie. Die Produktion in Wuxi schafft somit weitere LED-Backend-Kapazitäten für die Teilnahme am starken Marktwachstum in China und stärkt zusätzlich die beiden Standorte in Deutschland und Malaysia. „Wir haben uns seit rund 40 Jahren im Halbleiterbereich eine führende Position aufgebaut. Das Werk in China ist ein weiterer Schritt diese Stellung auszubauen“, so Aldo Kamper.


Marktforscher von IMS Research sagen Optohalbleitern, wie zum Beispiel LED-Komponenten oder Laserdioden ein starkes Wachstum voraus: Weltweit wird in den kommenden Jahren ein durchschnittliches Wachstum von jährlich rund 5 Prozent erwartet. Dabei soll China im selben Zeitraum mit durchschnittlich rund 10 Prozent am stärksten wachsen. Aber nicht nur bei den Komponenten besteht großes Wachstumspotenzial: Einer McKinsey-Marktstudie zufolge hat die schnell wachsende asiatische Region im Bereich der Allgemeinbeleuchtung bereits heute einen weltweiten Anteil von rund 35 Prozent – bis 2020 sollen es 45 Prozent sein. Alleine der chinesische Lichtmarkt soll sich von heute über 8 Milliarden Euro bis 2020 mehr als verdoppeln. In der Gesamtregion Asien-Pazifik erwirtschaftete Osram im Geschäftsjahr 2011 rund ein Fünftel seines Konzernumsatzes. Das Unternehmen beschäftigt hier über 16.000 Mitarbieter – mehr als in jeder anderen Region der Welt – davon gut die Hälfte in China. Hier ist Osram mit seinen Produkten seit rund 80 Jahren vertreten und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab.”

Autor: ce

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