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15.05.2012 Karlsruhe

Die Jahn-Spieler nach dem Triumph

Schweinsteiger: „Und ich spiel‘ gegen Rosenheim…"

Jahn-Jubel
Foto: Gatzka
Als sich die Jahn-Spieler am Montagabend nach ausgiebigem Feiern vor der Kurve der Regensburger Fans in die „Mixed-Zone“ des Wildparkstadions begaben und dort den Fragen der Journalisten stellten, versprühten sie eine Mischung aus Freude, Stolz und Ergriffenheit.

 

Das meiststrapazierte Wort war natürlich „unglaublich“. Hier einige Stimmen: Tobias Schlauderer kam als einer der ersten und versprach: „Wir feiern drei Wochen durch. Ganz Regensburg wollte diesen Aufstieg. Jetzt ist er perfekt.“
 
Oliver Hein, Traumtorschütze zum 1:0, kam Arm in Arm mit Jimmy Müller: „So ein Tor hab ich zum letzten Mal in der B-Jugend gemacht“, meinte Hein, während Müller sich freute: „Ich fahr fast jeden Tag an der Allianz-Arena vorbei. Und da spielen der Oli und ich jetzt bald. Mit welchen bescheidenen Mitteln wir das erreicht haben – das gibt‘s gar nicht.“
 
Ins gleiche Horn stieß Franz Gerber, der feixte: „Was dan etz mia eigntlich in da Zwoatn Liga?!“ Mit Blick auf den bevorstehenden Groß-Umbruch wurde der Sportchef dann wieder ernst: „Wir feiern zwei, drei Tage, dann nehmen wir die Planungen für die neue Saison in Angriff.“
 
Einer der wahrscheinlichen Abgänge ist Andre Laurito, dessen Treffer zum 2:2 letztlich den Aufstieg sicherte. Das Abwehr-Ass freute sich eher still: „Vor zwei Jahren hätte ich wegen ständiger Verletzungen fast schon aufgehört. Das ist jetzt auch der Lohn dafür, nicht aufgegeben zu haben.“
 
Auch Kapitän Tobias Schweinsteiger verlässt den Jahn definitiv, er geht bekanntlich zur zweiten Mannschaft des FC Bayern. Den Umstand, dass er dort zwei Etagen tiefer als der Jahn spielen wird, kommentierte er selbstironisch: „Und ich spiel‘ jetzt dann gegen Rosenheim. Mann, Mann, Mann, der macht alles falsch, der Schweinsteiger! Herr Gerber, Sie müssen unbedingt nochmal mit den Bayern reden …“
 
Zu den Wechselkandidaten zählt auch Standard-Spezialist Selcuk Alibaz. Der hielt sich zwar selbst bedeckt, doch Torwart Michael Hofmann forderte ihn eindringlich zum Bleiben auf: „Scheiß doch auf die 50.000 Öcken, die du in der Türkei mehr machst! Jeden Tag Döner, das ist doch auch nichts. In Regensburg hast du das Opera und nach dem Spiel Bier von Hacker-Pschorr.“
 
Mit Sprüchen wie diesem lief der 39-jährige Keeper in der „Mixed-Zone“ noch einmal an diesem Abend zu großer Form auf – erst recht, als er an das Match gegen seinen anderen Herzensklub 1860 München in der nächsten Saison in der Allianz-Arena dachte: „Hoffentlich ist das eines der ersten Spiele. Ich werde alles geben, um da dabei zu sein. Der Herr Gerber darf auf keinen Fall einen starken Torwart verpflichten.“
 
Der angesprochene Sportchef umarmte den Team-Senior daraufhin und gratulierte ihm: „Etz spuist nomal Zwoate Liga.“
Aus der Kabine dröhnte derweil die inoffizielle Jahn-Hymne: „Wir ham kein‘ Strom, wir ham kein Geld, wir ham das geilste Team der Welt!“
 
Am Mittwoch ab 20.30 Uhr lässt sich dieses Team auf dem Regensburger Haidplatz feiern. Aufstiegs-Freibier inklusive.
Autor: Rainer Wendl

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