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18.10.2012 Regensburg

Gefühl

Schlösser auf der Liebesbrücke werden langsam zum Problem

Ein Mega-Schloss auf der Liebesbrücke
Foto: ce
Die Schlösser auf dem Eisernen Steg, von vielen zwischenzeitlich schon Liebesbrücke genannt, werden zunehmend zum Problem. Einerseits gibt es Schlösser, die Rosten und die deshalb abgenommen werden müssen. Andererseits beobachtet die Stadt irre Riesenschlösser mit Argusaugen.

Immer wieder sind die sogenannten Liebesschlösser am Eisernen Steg in Regensburg Thema im Wochenblatt. Immerhin hatten wir als erstes Medium auf diesen Ausdruck der Zuneigung hingewiesen, die es in anderen Städten Deutschlands, vor allem aber auch in Ländern wie Italien längst gibt. Mit einem Vorhängeschloss, oft mit einer Gravur versehen, machen Paare deutlich, dass sie für immer zusammen bleiben wollen – dazu werfen sie, nachdem sie es an der Brücke angebracht haben, den Schlüssel in die Donau.
„Bislang haben wir das so geschehen lassen“, sagt Peter Bächer, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts der Stadt Regensburg, zu unserer Zeitung. Denn bislang gab es keine Probleme für die Statik der Brücke.


Was aber, wenn die Schlösser immer ausgefallener werden? Erst kürzlich hing ein überdimensioniertes Schloss an der Brücke: Petra und Helmut erklärten sich mit einer riesigen hölzernen Schachtel, geheftet an ein großes Schloss, die Liebe. Ist das noch vertretbar? „Wir haben das Holzschloss gesehen“, sagt Bächer, „es ist nicht allzu schwer und stellt deshalb kein Problem dar“. Dennoch: Wenige Tage nachdem das Schloss aufgehängt wurde, war es schon verschwunden. Haben es die „Verliebten“ selbst abgehängt? „Wir werden es hängen lassen“, hatte zuvor Tiefbauamts-Vize Bächert erklärt.

Dennoch achte man von Seiten der Stadt genau darauf, was am Eisernen Steg und den anderen Brücken – „auch am Grieser Spitz ist der Funken ja schon übergesprungen“, sagt Bächer – genau hängt oder aufgestellt wird. „Die großen Wassertonnen haben wir kritisch gesehen“, sagt Bächer und spielt damit auf eine Aktion an, die erst kürzlich auf dem Eisernen Steg veranstaltet wurde.
Eine Initiative hatte Blumenkübel aufgehängt, auch Wassertonnen standen dort, um die Blumen zu gießen: „Die waren ganz schön schwer, haben die Brücke aber nicht gefährdet“, sagt der Beamte. Auch der Stadt ist übrigens nicht bekannt, wer die Blumenkübel geklaut hat. Eines Tages waren sie verschwunden.


Die Schlösser indes sollen vorerst bleiben. „Nur wenn sie Rosten und der Rost droht, auf die Brücke überzugehen, müssen wir sie abnehmen“, sagt der Tiefbauamts-Vize. Dabei sagt man doch: Alte Liebe rostet nicht. Unvergessen ist auch der Vorschlag des Tiefbauamtsleiters der Stadt Regensburg, Alfons Swaczyna, der dafür plädierte, „dass doch alle Paare, die sich scheiden lassen, ihr Schloss wieder abholen“ sollen.  

Autor: Christian Eckl
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