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10.06.2012 Regensburg

Kirche

Rom-Berufung: Einer der Posten, für die Bischof Müller gehandelt wird, ist nun frei

Papst Benedikt nach dem Konzert zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2007.
Foto: Christian Eckl
Einer der Posten, für die der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in den letzten Monaten gehandelt worden ist, ist nun am Wochenende tatsächlich vakant geworden: Papst Benedikt nahm das Rücktrittsgesuch des obersten Archivars im Kirchenstaat, Kurienkardinal Raffaele Farina, an. Einen Nachfolger nannte der Papst nicht.

Einer der beiden Posten, für die der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in der Vergangenheit immer wieder genannt wurde, ist nun vakant geworden. Der Papst stimmte dem Rücktrittsgesuch von Kurienkardinal Raffaele Farina, 78, zu. Farina ist der oberste Archivar im Kirchenstaat: Sein Titel lautete „Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche“. Farina wurde 2007 in das Amt berufen, in dessen Archiven unglaubliche Schätze lagern. Gleichzeitig schmückte ihn Benedikt mit Kardinalspurpur und machte ihn zum Papstwähler.

Die Spekulationen um den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig waren in den letzten Monaten nicht abgerissen. Doch trotz der Vatileaks-Affäre, im Zuge derer nicht nur ein Kammerdiener des Papstes verhaftet, sondern bis heute immer wieder heikelste Dokumente aus den Räumen des Papstes verschwinden, gilt alles Gerede über Berufungen als reines Geplänkel.

Einer der Posten, für die Müller immer wieder gehandelt wurde, ist der des obersten Glaubenshüters der Kirche, das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation. Einerseits ist es sehr unwahrscheinlich, dass Papst Benedikt einen Deutschen an den wohl wichtigsten Posten im Vatikan neben dem Papstthron setzt. Andererseits sagt man, Müller habe durchaus die theologische Kompetenz, ein solches Amt auszufüllen. Favorit ist indes der Kurienkardinal Marc Ouellet, der bereits Präfekt einer Kongregation ist. Zudem ist der derzeitige Präfekt William Levada derzeit mit dem Abschluss der Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Piusbrüder in den Schoß der Römischen Kirche befasst; bevor dies abgeschlossen ist, ist ein Rückzug unwahrscheinlich. 

Autor: Christian Eckl

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