22.02.2012 Regensburg
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23.000 Schreiben im Jahr:

Regensburger Abmahn-Kanzlei belegt Platz 2 in Deutschland

Pornos, illegal im Internet herunter geladen, können teuer werden
Foto: kebox / clipdealer.com
Die Regensburger Rechtsanwaltskanzlei Urmann & Collegen ist nach Angaben einer Studie mehrerer Initiativen bei der Zahl an Abmahnungen an zweiter Stelle in ganz Deutschland.

In dem Zahlenmaterial, das die Initiativen „Verein zur Hilfe und Unterstützung gegen den Abmahnwahn“, „Initiative Abmahnwahn-Dreipage" und „Gulli.com" vorgestellt hat, wird auf Daten aus Foren zurück gegriffen, in denen sich Bürger zu Wort gemeldet haben, die abgemahnt wurden. Dieses Zahlenmaterial wurde dann statistisch hochgerechnet. „Die dieser Übersicht zu Grunde liegenden Daten stammen ausschließlich aus freiwilligen Angaben und sind öffentlich zugängig“, heißt es in dem Bericht.

 

Insgesamt seien im Jahr 2011 in ganz Deutschland mehr als 215.000 Abmahnungen in die Briefkästen geflattert. Besonders aktiv waren dabei etwa 50 Abmahn-Kanzleien. Allein 23.000 dieser Abmahnungen seien nach dem Zahlenmaterial der Initiative aus Regensburg von der Kanzlei Urmann & Collegen gekommen.

 

43 Prozent aller Abmahnungen hatten sich auf vermeintliche Urheberrechtsverletzungen von teilweise aktuellen Chart-Songs bezogen. „Eine ganz besondere Rolle spielten hierbei die Kompilation Top 100 oder jeweils aktuelle Sampler“, heißt es in dem Bericht. „Mit 29,1 Prozent aller Abmahnungen folgen auf Platz zwei Spielfilme unterschiedlichsten Genre (von Kinohits bis zu sogenannten B-Movies) und danach auf Platz drei Erotikstreifen mit 19,7 Prozent.“ Die Regensburger Kanzlei ist auf den Erotikstreifen-Bereich spezialisiert.

 

Die Kanzlei war vergangenes Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil ausstehende Forderungen aus angeblichen Urheberrechtsverletzungen im Porno-Bereich versteigert wurden. Diese hatten sich insgesamt auf 90 Millionen Euro belaufen. Offenbar hat es auch Käufer gegeben, denn seit Ende Januar, Anfang Februar häufen sich berichte im Internet, wonach Inkasso-Unternehmen mit Verweis auf Abmahnungen der Regensburger Rechtsanwaltskanzlei Geld eintreiben wollen. Berichtet wird von Rechnungen jenseits der 1.000-Euro-Marke.

 

Offenbar wird auch damit gedroht, eine Meldung an das Finanzregister Schufa zu schicken, sollte die Forderung nicht beglichen werden. Vertreter von Abgemahnten warnen davor zu zahlen – man solle den Forderungen widersprechen. Viele aber zahlen aus Angst …



Autor: Christian Eckl

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