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16.08.2012 Regensburg

Ermittlungen:

Polizei bearbeitet erste Hinweise zum Regensburger Serienvergewaltiger

Fahndung in einem Sexualdelikt: Handschuh
Foto: Polizei
Die Nachricht hat schockiert: Ein Vergewaltiger, der bereits 1997 und 2007 in Regensburg zugeschlagen hat, hat am 2. August erneut versucht, eine Frau zu vergewaltigen. Das letzte Opfer hatte Glück im Unglück: Als sich die Frau wehrte und laut um Hilfe schrie, ließ der Täter von ihr ab. Sicher ist aber: Es handelt sich um einen Mann, der bereits zwei Frauen überfallen hat.

Und da ist sich die Polizei noch nicht einmal sicher, dass dies alle Taten waren, die der Mann bisher begangen hat, deshalb wird auch nach Frauen gesucht, die in den letzten 15 Jahren Opfer eines Sexualdeliktes geworden sind und dies vielleicht aus Scham nicht angezeigt haben.

 

Der Täter wird auf etwa 30 bis 50 Jahre alt geschätzt, er soll etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß sein. Auffällig war die kräftige Statur des Mannes bei der aktuellen Tat. Hier trug er einen dunklen, eventuell braunen Kapuzenpullover.

 

Am 25. Mai 1997 hatte der Unbekannte eine Frau beim Aufsperren ihres Anwesens am Weißgerbergraben in den Hausgang gedrängt und im Kellerabgang vergewaltigt. Am 15. Dezember 2007 dann vergewaltigte der Unbekannte in der Schwabenstraße eine Studentin im Gebüsch. Spuren von damals haben nun nach einem Abgleich mit den Spuren der aktuellen Tat ergeben, dass es sich zweifelsfrei um den selben Täter handelt. Bis jetzt sind bereits etwa 20 Hinweise bei der Kripo eingegangen, so Stefan Hartl. Pressesprecher am Polizeipräsidium Regensburg. Auch einige Hinweise zu den Handschuhen (siehe Foto) gebe es bereits. Hier sei es nun Aufgabe der Polizei, diese Hinweise zu bewerten und einzuordnen. Weitere Opfer des Unbekannten hätten sich bisher noch nicht gemeldet. "Alle Frauen wurden von hinten überfallen", meint Hartl. Deshalb seien die Beschreibungen nicht wirklich detailliert.

 

Nicht auszuschließen ist, dass der Unbekannte wieder zuschlägt. Die Polizei empfiehlt daher allen Frauen, dunkle Ecken zu meiden und verdächtige Wahrnehmungen sofort unter der Notrufnummer 110 an die Polizei weiterzugeben. Langes Überlegen, ob eine Beobachtung oder gar ein versuchtes oder vollendetes Sexualdelikt gemeldet werden soll, verhindert unter Umständen einen Fahndungserfolg.

 

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Taten oder Ergreifung des Täters führen, ist die bisher vom BLKA ausgesetzte Belohnung von 3.000 Euro auf 5.000 Euro erhöht worden. Sie wird unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt. Mit der Staatsanwaltschaft ist abgesprochen, dass Hinweise auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden können.

 

Personen, die Hinweise zu den Fällen geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonummer 0941/ 506-2888 zu melden.

 

Mehr zur Fahndung nach dem Serienvergewaltiger:
Serienvergewaltiger hat nach 1997 und 2007 erneut in Regensburg zugeschlagen

Autor: Ursula Hildebrand

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