"Sie wollen doch noch befördert werden":
Politische Einflussnahme bei der Lebensmittelkontrolle?

Aber: Es gab auch – politisch motivierte – Anweisungen von ganz Oben. So sollten zum Beispiel die Betriebe der Regionaltheke nicht mehr kontrolliert werden. Auch ein fischverarbeitender Betrieb in der Region sei aus politischen Gründen anders behandelt worden als so manch anderer Betrieb.
Das 2008 neu eingeführte Qualitätsmanagement habe zudem zu einem Rückgang der Kontrollen geführt. Vorher habe ein Kontrolleur am Tag durchschnittlich sechs bis acht Kontrollen machen können. Mit der aufwändigen Dokumentation seien nur noch zwei bis drei Kontrollen am Tag möglich gewesen. Dieses Qualitätsmanagement sei bayernweit umgesetzt worden, neue Stellen habe es aber im Gegenzug keine gegeben.
Der ehemalige Kontrolleur berichtet gegenüber dem Wochenblatt, dass er auf Anweisung so manchen Betrieb nicht mehr kontrollieren durfte, am Ende stand die Versetzung in den Innendienst. Er kritisiert die Ungleichbehandlung, mit der man die Zustände in den Betrieben messe. Deshalb wäre es sinnvoll, die Lebensmittelkontrolleure nicht mehr dem Landratsamt zu unterstellen, sondern direkt dem Ministerium. "Sie unterstellen ja auch einen Polizisten nicht dem Landrat!"
Klarstellen möchte der Insider aber auch, dass nicht die Kontrolleure selber schuld an den Ungleichbehandlungen sind, Dafür seien die Vorgesetzten verantwortlich. Da sei auch schon mal der Satz "Sie sind doch noch jung, sie wollen doch noch befördert werden!" gefallen.
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