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30.09.2012 Regensburg

Wirtschaft

Osram soll keine Siemens-Dividende werden – das Unternehmen gibt es Obendrauf!

Osram-Werk in Regensburg
Foto: Osram
Gespannt wartet man in Regensburg auf die Entscheidung, in welcher Form Osram nun an die Börse gebracht werden soll. Das Nachrichtenmagazin Focus will nun erfahren haben, dass dies nicht über eine Dividende geschehen soll, denn den Siemens-Aktionären gehört Osram ohnehin.

Es ist eine gute Nachricht für Siemens-Anteilseigner: Sie sollen die Aktien der Licht-Tochter Osram zusätzlich zur Dividende erhalten. Ein Siemens-Sprecher sagte dem Nachrichtenmagazin FOCUS, die Osram-Ausschüttung werde die Dividende nicht ersetzen, auch nicht teilweise, sondern erfolge zusätzlich.

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hatte angekündigt, Osram an die Börse zu bringen, indem man die Anteile als „dividend in kind“ an die Siemens-Eigner verteile. Die Öffentlichkeit verstand dies so, dass die 2013er-Siemens-Dividende aus Osram-Papieren besteht. Auch Aktionärsvertreter waren nicht im Bilde.

Nun erfuhr FOCUS aus Management-Kreisen: Die Osram-Aktien auf die Dividende anzurechnen, wäre nicht vermittelbar. Der Wert von Osram sei ja bereits in der Siemens-Aktie enthalten. Man könne den Aktionären wohl kaum etwas schenken, was ihnen schon gehöre, und ihnen dafür die Dividende streichen. Die Anteilseigner müssen dem Osram-Börsenplan auf der Hauptversammlung im Januar 2013 zustimmen.

 

In Regensburg gibt es derzeit große Fragezeichen in Sachen Osram. Das Werk von Osram Semi Opto Electronics ist eines der innovativsten LED-Werke der Welt, problematisch sind für den Lichtproduzenten eher die Standorte, an denen noch die überholte Glühbirne produziert wird. Das Wochenblatt hatte bereits im Juli über die Pläne berichtet, eine Sonderdividende auszuschütten, um Osram an die Börse zu bringen, ohne das Unternehmen aber den Unwägbarkeiten einer Emission auszusetzen.

Autor: Focus Vorab / mit ce
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