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30.06.2012 Regensburg

Gottesdienst im Dom:

Neupriester empfingen in Regensburg ihre Weihe


Foto: altrofoto.de
Als Höhepunkt der Wolfgangswoche hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Samstag, 20. Juni, im Regensburger Dom St. Peter fünf Männern das Sakrament der Priesterweihe. Zwei weitere Priesteramtskandidaten der Diözese Regensburg werden noch heuer zu Priestern geweiht.

Rund 1.200 Gläubige aus dem gesamten Bistum waren in die Kathedrale gekommen, um mit den fünf Diakonen die Weihe mitzufeiern. Darunter zahlreiche Familienangehörige und Freunde, die diesen großartigen Ehrentag mit den Priesteramtskandidaten gemeinsam feiern wollten. Die Kandidaten traten einzeln vor den Regensburger Oberhirten und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt worden und die Kandidaten für würdig befunden worden seien, die Weihe zu empfangen. Auf die Weihe durch die Handauflegung des Regensburger Oberhirten folgten Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten. Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet und die Hände wurden ihnen gesalbt. Aus der Hand des Bischofs erhielten sie Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie. Mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und die anwesenden Priester, endete die Weihehandlung. Beim Auszug aus dem Regensburger Dom begrüßten Hunderte von Gläubigen die neuen Priester mit Glückwunschrufen und lang anhaltendem Applaus. Die Regensburger Domspatzen gestalteten die Weihefeier musikalisch.

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Die neuen Priester für die Diözese Regensburg sind Franz Becher aus der Pfarrei St. Nikolaus in Penting, Paul Gebendorfer aus St. Erhard in Rainertshausen, Wilhelm J. Karsten von St. Konrad in Regensburg, Thomas Kohlhepp von St. Laurentius in Riedenheim und Maximilian Roeb, St. Pius, Landshut. Pater Johannes Rothärmel CP von der Klosterkirche der Passionisten, Patrozinium: "Heiligste Dreifaltigkeit" wird am 13. Oktober in der Klosterkirche Schwarzenfeld zum Priester geweiht. Bernard Johannes Mallmann aus der Pfarrei St. Laurentius in Neustadt an der Donau empfängt das heilige Sakrament der Priesterweihe in Rom am 10. Oktober.

 

Hirten für die Kirche Gottes

Gleich zu Beginn seiner Predigt machte Bischof Gerhard Ludwig Müller deutlich, dass die am heutigen Tage geweihten Neupriester nicht durch Menschen und von Menschen zu Aposteln gewählt und gemacht werden. Jesus Christus selbst habe die Männer zum Priestertum berufen: "Durch den Heiligen Geist werden Bischöfe und Priester geweiht, damit sie als Hirten für die Kirche Gottes sorgen. In der Gemeinschaft mit dem Bischof und dem ganzen Presbyterium werden die Priester kraft des Weihesakraments nach dem Bilde Christi, des höchsten Priesters geformt. Somit sind sie zur Verkündigung der Frohbotschaft, zum Hirtendienst an den Gläubigen und zur Feier der Liturgie befähigt und gesendet. Sie sind wirkliche Priester des Neuen Bundes. Denn Christus, der Hohepriester, spricht und wirkt durch sie als seine Zeugen und Boten."

 

"Ja"-Wort zur Berufung

Das Hören und Erkennen und schließlich das freie "Ja"-Wort zur Berufung bedürfe als fruchtbaren Boden der religiösen und menschlichen Erfahrung und Vertrauensbildung im familiären und kirchlichen Umfeld, erklärte der Regensburger Oberhirte. So entstehe eine folgerichtige religiöse und sittliche Entwicklung des Kindes zum Jugendlichen und des Jugendlichen zum erwachsenen Menschen. Keineswegs habe die herrliche Jugendzeit, da sie ein Geschenk Gottes ist, etwas mit einer notwendigen Distanzierung vom christlichen Glauben zu tun. Im Gegenteil! Jugendzeit heiße vielmehr: wach werden und mit einem geistigen Eros die Wahrheit suchen, sich öffnen für die Liebe Gottes. Jugend sei der Wille zu einer entscheidungsstarken und verantwortungsbewussten Gestaltung des Lebenswegs, der vor uns liege in der Nachfolge Christi.

 

Zeichen und Mittler

"Gottvertrauen und Gotteserkenntnis sind die unerschöpflichen Quellen unserer Selbstbejahung und unserer Gemeinschaftsfähigkeit. Das Vertrauen in Gott trägt uns über den Abgrund des Sterblichen, des Leidens, der Enttäuschungen und Demütigungen hinweg. Gottvertrauen ist das Passwort für ein Geheimnis, das über uns hinausführt in den Seins- und Sinngrund, der Gott ist", ermutigte Bischof Gerhard Ludwig Müller die Neupriester und alle anwesenden Gläubige und stellte zum Abschluss seiner Predigt das Wesen des Priesters heraus: "Es besteht nicht in Selbstdarstellung. Es geht vielmehr darum, sich zum Zeichen und Mittler machen zu lassen für die Selbsthingabe Christi. Priesterliches Leben ist ein Leben der freudigen Hingabe und des Daseins für andere."

Autor: pm / uh

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