08.04.2015 Regensburg

"Skandal"

Neue Regensburger Initiative fordert ein "Recht auf Stadt – auch für Seniorinnen und Senioren"

Rollator
Foto: DAK-Gesundheit/fotolia
Die neu gegründete Initiative "Recht auf Stadt – Regensburg" ist empört über die Entscheidung der Stadtregierung, das Alten- und Pflegeheim Bürgerstift St. Michael ersatzlos zu schließen und die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Stadtkern in das Bürgerheim Kumpfmühl zu verdrängen. Hintergrund sind die angeblich zu hohen Kosten für eine adäquate Brandschutzsanierung.

"Wir sind erschüttert darüber, dass der Oberbürgermeister dieser Stadt eine solche Entwicklung offenkundig auch noch für gut heißt und unterstützt. Denn Herr Joachim Wolbergs ist der Meinung, dass 'alte Menschen ein Markt sind'. Ein solches Statement schockiert uns", so Kurt Raster von der Initiative.

 

Anstatt der "abscheulichen Entwicklung, Menschen als Ware zu behandeln, entgegenzuwirken, wollen die Stadtoberen sogar noch städtische Heimplätze abbauen". Von ursprünglich 280 Plätzen sollen 143 übrigbleiben, "nahezu eine Halbierung! Das ist ein Skandal", so die Initiative.

 

Ein weiterer Neubau sei verworfen worden, weil es viele freie Heimplätze gäbe, so Wolbergs. "Diese Aussage erscheint uns nicht glaubhaft, da er andererseits erklärt, es müsse schnellstmöglich umgezogen werden, weil sonst der Neubau in Kumpfmühl bald wieder voll belegt sei! Das ist ein offensichtlicher Widerspruch. Wir fordern daher den Erhalt und die Sanierung aller bestehenden städtischen Alten- und Pflegeplätze entsprechend baulicher und sicherheitstechnischer Standards sowie die Ausweitung des städtischen Angebots als notwendige Anpassung an die demografische Entwicklung!"

 

Bevor Gelder in Prestigeobjekte wie zum beispiel das geplante Kultur- und Kongresszentrum investiert werden, müsse erst an die menschenwürdige Versorgung der Seniorinnen und Senioren  gedacht werden. Die Initiative "Recht auf Stadt" ruft alle Stadträtinnen und  dazu auf, sich klar zu ihrer Verantwortung für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu bekennen. "Pflege und Wohnen sind Güter, die zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehören. Diese dürfen nicht dem freien Markt überlassen werden, wo statt Menschlichkeit nur der Profit zählt. Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ein derartiges Schicksal nicht verdient!"

Autor: pm / uh

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