Treffen im "Herzen der Stadt"?
Nazis provozieren Regensburger Gastwirte

Für Schlagzeilen sorgte auch die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“, an der sich weit über 100 Regensburger Gastronomen beteiligen.
Umso befremdlicher wirkte die Behauptung der Kameradschaft Cham-Regensburg im Internet, man habe sich ja längst in Regensburg getroffen, genauer gesagt am vorvergangenen Wochenende. Das Koordinationstreffen habe „im Herzen von Regensburg ungestört“ abgehalten werden können, und zwar in einer Gaststätte.
Polizeisprecher Michael Rebele indes zitiert die Kollegen des Staatsschutzes: „Immer wieder sind auf diesen Webseiten angebliche Aktionen wie das Verteilen von Flugblättern beschrieben worden, aber nie welche aufgetaucht.“ Die Polizei vermutet eine reine Propaganda-Aktion, die nur im Netz stattgefunden hat, sonst nicht.
Thomas Witzgall, Autor der Internetplattform „Endstation Rechts. Bayern“ und Kenner der rechten Szene, bewertet die Ankündigung der Neonazis, sich in Zukunft öfter in Regensburg zu treffen, als „Provokation gegenüber dem Bündnis ‚Keine Bedienung für Nazis’“. Derartige Neonazi-Berichte würde es bereits seit der Gründung dieser Initiative geben, erzählt Witzgall auf Anfrage des Wochenblatts. Hierdurch solle vor allem versucht werden, sie als „unwirksam hinzustellen“. „Wobei natürlich klar war, dass sich Treffen von Neonazis auch durch das Wirtebündnis nicht komplett verhindern lassen werden“, so Witzgall.
Zugleich zeige der Eintrag auf der „Widerstand Regensburg-Cham“-Seite, dass das Bündnis „den bayerischen Neonazi-Kameradschaften ein Dorn im Auge“ sei. Man müsse wachsam bleiben, wie Witzgall erklärte. Denn: „Auch Regensburg bietet von seiner Größe her aus rechtsextremer Sicht Potential für eine Kameradschaft mit einem aktiven Kern von zwanzig bis dreißig Aktiven.“ „Aber natürlich auch für mehr Widerstand, wie wir es bei der großen Gegendemo gegen den Aufmarsch am 3. Oktober 2009 gesehen haben“, schließt Witzgall.
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