Musik und Licht
Nacht der offenen Kirchen: Trotz Fußball gab es viele Wege zu Gott

Schön ist doch, wenn für jeden etwas geboten ist – während die zentralen Straßen in Regensburg für einen lauen Sommerabend am Samstag überraschend leer gefegt waren, drängelten sich die Besucher geradezu in den wundersam ausgeleuchteten Kirchen, lauschten den bedächtigen Klängen und staunten, welche Mystik man in diese Gotteshäuser zaubern kann mit ein wenig Licht und wenigen Instrumenten.
Zu sehen waren auch Kleinode der an Kirchen nicht gerade armen Domstadt: Beispielsweise das frisch sanierte St. Leonhard mit den wunderbaren Kreuzgewölben war in einem warmen Rotton ausgeleuchtet, Klangschalenspieler zauberten eine unheimlich geistliche Atmosphäre in diesen Raum. Am Boden aber nahmen die Menschen auf Sitzkissen platz und besannen sich, lauschten den Klängen der Schalen, fanden zu sich, zu ihrem Innersten.
Auch die Wolfgangs-Krypta, ein geradezu magischer Ort in der Emmeramskirche, wurde zum Besinnungsort. Mit einer eigentümlichen Flöte spielte ein Musiker eine Art Indianer-Musik in dieser Krypta, in der immerhin die Gebeine einer der bedeutendsten Regensburger Bischöfe ruhen.
Viele Nachtschwärmer waren auch mit dem Shuttle-Bus nach Burgweinting gefahren, eine architektonisch äußerst interessante neu gebaute Kirche, die ebenso wie St. Anton den neueren Kirchenbau in der Domstadt repräsentierte. St. Anton zog vor allem wegen der außergewöhnlichen Stoff-Installation und einem Berliner Geiger viele Menschen an.
Viele interessierten sich auch für den Klang der Domorgel bei Nacht. Professor Stoiber spielte Stücke, die doch recht ungewöhnlich waren und denen man so in einer Messe wohl kaum begegnet. Insgesamt fiel die Dombeleuchtung aber etwas enttäuschend aus, auch im Hinblick darauf, dass man den Dom auch außen bereits früher einmal in wunderbares Licht getaucht hatte. Heuer wurde nur der Turm der Dreieinigkeitskirche beleuchtet, die innen saniert wird.
Absolutes Highlight war dann aber das Konzert in einer der schönsten Kirchen Regensburgs, der Dominikanerkirche. Hier spielten sich die Lichtinstallationen abwechselnd mit Klarinette, Saxophon, einem gotischen Hackbrett und weiteren alten Instrumenten. Die Licht-Choreographie vonm Gisela Meyer-Hahn zauberte eine der bedeutendsten gotischen Kirchen Deutschlands in einen Zauber aus Strahlen, aufglimmend, abdunkelnd – ein absoluter Lichtblick.
Insgesamt war die Nacht der offenen Kirchen ein voller Erfolg und man kann nur der Innenstadt-Seelsorge und dem Team um Monsignore Werner Schrüfer und Hagen Horoba gratulieren. Denn so, mit Musik und Licht, führt man Menschen auf dem Königsweg zu dem, um was es in den Kirchen doch geht: Zu Gott.
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