07.09.2012

Radiosender:

Nach Organspende-Skandal: Ermittlungen gegen Chirurgie-Chef eingestellt

Prof. Dr. Hans Schlitt
Foto: Uniklinikum
Die Ermittlungen gegen den beurlaubten Chef der Viszeralchirurgie am Uniklinikum, Prof. Hans Schlitt, sind laut Bericht des Radiosenders Charivari eingestellt worden. Damit wird das Eis dünn für den Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der die Beurlaubung angeregt hatte.

Lange hat das nicht gedauert, bis die Staatsanwaltschaft zu der Erkenntnis kam: Dem beurlaubten Leiter der Viszeralchirurgie, Prof. Hans Schlitt, kann man wohl nichts strafrechtliches vorwerfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ermittelt, nachdem das Uniklinikum selbst 23 Fälle von Transplantationen angezeigt hatte. Die Uniklinik hegte den Verdacht, dass ein früherer Oberarzt und Schlitt-Zöglich falsche Angaben gemacht haben könnte, um Patienten Spenderorgane zu beschaffen.

 

Wie das Wochenblatt bereist berichtet hatte, rechnete die Staatsanwaltschaft ursprünglich mit ganzen Kartons von Akten. Erhalten hatte sie allerdings nur einen Leitz-Order mit jeweils 23 Anträgen bei Eurotransplant sowie 23 Krankenakten. Da die Unterlagen unterschiedliche Unterschriften trugen, so die Staatsanwaltschaft vor ein paar Wochen, war nicht klar, gegen wen sich die Ermittlungen eigentlich richten sollten. 

 

Erst am vergangenen Montag hatte das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, dass auch gegen Schlitt ermittelt wird. Auslöser der Ermittlungen war die Strafanzeiger eines Schweizers, der arabischsprachige Internet-Seiten an die Staatsanwaltschaft Regensburg geschickt hatte. Die Übersetzung der Seiten brachte allerdings keinen Straftatbestand mit sich.

 

Wie es nun weiter geht mit dem fachlich überaus renommierten Transplantations-Mediziner, ist fraglich – juristisch jedenfalls kann man ihm offenbar nichts vorwerfen.