Der Regensburger Kripo-Chef war bei spektakulären Fällen dabei, die für Schlagzeilen wie „Ministranten-Mord“, „Flugzeugabsturz mit drei Toten“ oder „Mädchen nach Linz entführt“ sorgten.
Mit dem 1. Mai verabschiedet sich der langjährige Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg, Kriminaldirektor Albert Stürzer, in den Ruhestand. Bis zur Neubestellung eines Nachfolgers, wird Kriminalrat Reinhard Kobl, Stürzers Vertreter einer der größten Fachdienststellen ihrer Art in Bayern führen. Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt und den Landkreis Regensburg, sowie die Landkreise Cham und Neumarkt/Oberpfalz.
43 Jahre währte die Dienstzeit des nun 60-Jährigen, der im Landkreis Schwandorf wohnhaft ist. Sie begann am 8. April 1969 mit dem Passieren der Schranken der Jägerkaserne in Eichstätt im mittleren Polizeivollzugsdienst. In den Folgejahren stieg er bis in den höheren Dienst auf, dies nach den einjährigen Studium an der Polizeiführungsakademie in Münster, das er im Sommer 1991 abschloss. Seither leitete er die Kriminalpolizeiinspektion in Regensburg.
Betrachtet man seine Berufslaufbahn genauer so fällt auf, dass Albert Stürzer 37 Jahre als Kriminalbeamter tätig war und somit diesen Bereich polizeilicher Fahndungs- und Ermittlungsarbeit von der Pike auf erlernte. Mit diesem Rüstzeug, bestehend aus profundem Wissen und in Jahrzehnten erworbener Erfahrung, war es ihm möglich, eine Vielzahl von schwerwiegenden und in ihren Ausmaßen oft tragischen Kriminalfällen, in führender Position mit engagierten und versierten Mitarbeitern zu koordinieren und abzuschließen.
In einer mehrseitigen Auflistung herausragender Geschehnisse aus den zwei Dekaden seiner Führungstätigkeit finden sich unter der Überschrift „Soko’s, AG’s und EG’s“ zu Mord- Raub-, Sexual-, Waffen- und Umweltdelikten.
Bei den aufgelisteten Tötungsdelikten und sonstigen spektakulären Fällen stehen Schlagworte wie „Härteis-Mord, Ministranten-Mord, Waldbadmord, Entführung Annabell, Flugzeugabsturz mit drei Toten“ oder „Entführung Mädchen Linz“.
Jeder der mit ihm in diesen emotional oft auch belastenden Situationen zu tun hatte, musste feststellen - er war nun mal ein „Kriminaler“, der gerade in „heißen Ermittlungsphasen“ zweite Schritte schon parat hatte, wenn andere sich erst die Schuhe banden.
Er gehe mit einer freudigen Erwartung in den nun beginnenden Lebensabschnitt, sagte Stürzer bei seiner Verabschiedung. Mit seiner Frau werde er im Wohnmobil die Welt bereisen und sich in Ruhe um seinen Garten zu kümmern. In diesem wird auch ein bereits Früchte tragendes Orangenbäumchen seinen Platz finden, das ihm von den Kollegen als Abschiedsgeschenk überreicht wurde.
Autor: pm/sr
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