31.01.2012 Regensburg/Deutschland
Artikel versenden Artikel drucken Kommentare ansehen(0)

Arbeitslosenstatistik:

Langzeitarbeitslose – geparkt, schöngerechnet und vergessen

Arbeitsamt
Foto: Arbeitsagentur
Die Arbeitslosenzahlen sind gut, nur 3,4 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Regensburg. Gut, aber auch richtig? Wenn man den Recherchen der Süddeutschen Zeitung Glauben schenken darf, dann wohl eher schöngerechnet!

So berichtet die Süddeutsche am Dienstag, 31. Januar, auf der Titelseite von den Chancen – oder besser: Nicht-Chancen – der Langzeitarbeitslosen. Die nämlich werden immer häufiger nur "geparkt" oder aus der Statistik gerechnet. Von den 1,4 Millionen Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos waren und im vergangenen Jahr diese beenden konnten, haben nur 208.000 eine neue Stelle angetreten, schreibt die SZ. Das entspricht 14,9 Prozent. Diese Zahlen stammen aus einer Antwort auf die Anfrage der Linken an die Bundesregierung.

 

Der Rest, also über eine Million Betroffene, ist auf wundersame Weise verschwunden – in der Arbeitsunfähigkeit, oder auch, weil sie "fehlende Verfügbarkeit oder Mitwirkung" an den Tag gelegt hatten. Auf Deutsch heißt das: 35 Prozent dieser Langzeitarbeitslosen sind jetzt schlichtweg plötzlich arbeitsunfähig. "Wer etwa krankgeschrieben ist, wird in dieser Zeit nicht mitgezählt, weil er dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht", zitiert die SZ eine Sprecherin der Bundesagentur. Weitere 11,1 Prozent zeigten so geringes Engagement, dass ihnen das Arbeitslosengeld gesperrt oder Hart IV gestrichen wurde.

 

Und die restlichen Personen? Die sind zum Beispiel in so genannten "arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen" verschwunden. Das sind Lohnkostenzuschüsse, Ein-Euro-Jobs oder auch Qualifizierungen. Je nach Programm könnten so 50 bis 70 Prozent der Betroffenen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagt die Bundesagentur.

 

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, hat nun die Bundesregierung aufgefordert, mehr für Langzeitarbeitslose zu tun. Nur Fördergelder zu kürzen sei sicher nicht der richtige Weg.



Autor: Ursula Hildebrand

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort:

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie alt ist ein ein jähriges Kind? (Zahl eingeben): 


pfeil