15.02.2012 Regensburg
Artikel versenden Artikel drucken Kommentare ansehen(0)

Urteil

Lange Haftstrafe für Vergewaltigungen nach Pornofilm-Muster

27-jähriger Vergewaltiger zu hoher Haftstrafe verurteilt
Foto: hs
Seit Anfang Dezember musste sich ein 27jähriger Thailänder aus dem westlichen Landkreis vor der Großen Jugendschutzkammer des Landgerichts Regensburg wegen Vergewaltigung in vier Fällen, davon in drei Fällen mit Körperverletzung und wegen Diebstahls verantworten (Wir berichteten). Am gestrigen Mittwoch verurteilte ihn die Jugendschutzkammer zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und zehn Monaten. Damit blieben die Richter nur zwei Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Zum Prozessauftakt gestand er in einer sich Stunden hinziehenden Erklärung drei brutale Übergriffe in Regensburg, bei denen er innerhalb von sechs Wochen im Mai und Juni letzten Jahres drei junge Frauen malträtiert und vergewaltigt hatte. Angeregt durch Sex-Videos mit Vergewaltigungsszenen würde er immer wieder den Drang verspüren, es den Filmszenen gleich zu tun. Trotz dieser brutalen Vorgehensweise kam der vom Gericht hinzu gezogene psychiatrische Sachverständige zu dem Ergebnis, dass beim Angeklagten – der bis dahin strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war – kein Hang hierzu vorliege, sich jedoch ein solcher entwickeln könne.

 

Sein erstes Opfer, eine 24jährige, fing er in der Augustenstraße ab, zerrte sie unter Schlägen in das Gesicht und in den Bauch in ein Gebüsch. Dort drohte er ihr mit einem Messer, sie umzubringen, wenn sie ihm nicht zu Willen ist und vergewaltigte sie. Anschließend verschwand er mit ihrer Handtasche.

 

Drei Wochen später lauerte er in der Josef-Strauß-Allee sein zweites Opfer auf. Unter Einsatz von Pfefferspray zwang er die ebenfalls 24jährige, in sein Auto zu steigen, nachdem er ihr vorher die Augen mit einem Klebeband verklebte. Dann fuhren sie in seine Wohnung im Landkreis und er verging sich über eineinhalb Stunden lang mehrmals an ihr. Auch hier setzte er ein Messer ein, um sie gefügig zu machen. Anschließend fuhr er sein Opfer zurück nach Regensburg und setzte es in der Nähe des Papstkreuzes aus.

 

Sein letztes Opfer begegnete ihm in der Schwalbenneststraße nahe dem Cowboyclub. Auch sie musste Schläge über sich ergehen lassen und wurde mit Pfefferspray gefügig gemacht, ehe auch ihr die Augen zugeklebt wurden. Wie beim zweiten Opfer fuhr er mit ihr in seine Wohnung um sie zu vergewaltigen. Anschließend brachte er sie nach Regensburg zurück. Den Angaben der 27jährigen war es zu verdanken, dass er Angeklagte anderntags in seiner Wohnung festgenommen werden konnte.

 

Den vierten Vorwurf – der auf den Sommer 2010 zurück geht – hingegen bestritt der Angeklagte und berief sich auf eine Liebesbeziehung mit dem elf Jahre jüngeren Mädchen, das er aus von einem Hemauer Fußballverein her kannte. Alles, was passiert ist, sei einvernehmlich geschehen. Als Motiv für die nunmehrige Darstellung der vermeintlich Geschädigten sah er deren Angst vor den Eltern, denen der große Altersunterschied ein Dorn im Auge gewesen sei. Um dem vermeintlichen Opfer eine Aussage vor Gericht zu ersparen stellte gestern die Jugendkammer diesen Teil der Anklage ein, zumal die zu erwartende Strafe gegenüber der der übrigen Anklagepunkte nicht ins Gewicht fällt.
 



Autor: Heinz-Alfred Stöckel

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort:

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist ein mal eins: 


pfeil