09.09.2010 Regensburg
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Kampf gegen Kindsmissbrauch:

Prävention für Pädophile startet in Regensburg

Kindsmissbrauch zerstört Kinderseelen
Foto: petra.froeb
Das Forschungs- und Präventionsprojekt für Männer mit pädophiler Neigung startet in Regensburg – und führt das erfolgreiche Pilotprogramm der Berliner Charité fort. Die Kinderschutzvereinigung Innocence in Danger e.V. und Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk fördern das Projekt.

Ziel des Vorhabens ist es, Sexualstraftaten an Kindern bereits im Vorfeld zu verhindern. Männer, die pädophile sexuelle Fantasien bei sich feststellen, aber keine Übergriffe begehen wollen, können sich für einen Therapieplatz in der Sexualwissenschaftlichen Ambulanz der Universität Regensburg bewerben. Das Forschungs- und Präventionsprojekt wird vom Bayerischen Justizministerium finanziert und startet am 09. September 2010 in Regensburg. Es orientiert sich am gleichnamigen Pilotprojekt der Berliner Charité.

„Die Arbeit unserer Kollegen von der Berliner Charité in den vergangenen Jahren zeigt: Ein solches Therapieangebot kann tatsächlich Menschen mit pädophiler Neigung dabei helfen, keine Übergriffe auf Kinder zu begehen“, so Prof. Dr. Michael Osterheider, Leiter der Ambulanz in Regensburg.

„Das Projekt bietet die große Chance, gefährdete Männer zu erreichen, bevor aus ihrer Neigung zu Kindern Missbrauchstaten werden. Tätertherapie ist der beste Opferschutz,", sagte Dr. Beate Merk, Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, zum Start des Projekts. Deshalb finanziert das Bayerische Justizministerium das Angebot der Universität Regensburg mit etwa 200.000 Euro pro Jahr.

Kooperationspartner ist die Kinderschutzvereinigung Innocence in Danger e.V. Geschäftsführerin Julia von Weiler zu dem Engagement ihrer Organisation: „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Projekt ein wichtiger Teil des Kinderschutzes ist und unterstützen sehr gern die Forschung auf dem Gebiet der Pädophilie und die Therapie von potenziellen Tätern in Bayern“.

Interessenten, die sich um einen der insgesamt 40 Therapieplätze bewerben wollen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen hinsichtlich ihrer pädophilen Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und aus diesem Grund von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Werden diese Männer in das Projekt aufgenommen, so können sie kostenlos und geschützt durch die therapeutische Schweigepflicht sowohl eine diagnostische Abklärung ihres Problems als auch therapeutische Unterstützung bekommen.

Mithilfe einer PR- und Medienkampagne sollen Männer, die auf Kinder bezogene sexuelle Impulse verspüren, auf die vorbeugende Therapiemöglichkeit aufmerksam gemacht werden. Das Motto der Kampagne lautet: „Damit aus Fantasien keine Taten werden!“

Professor Michael Osterheider bringt das Ziel dieser Anzeigen und des TV-Spots auf den Punkt: „Betroffene Männer sollen die Botschaft erhalten „Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!“

Auf der Webseite www.kein-taeter-werden-bayern.de erhalten Interessierte weitere Informationen und Kontaktdaten.



Autor: ce / pm
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Kommentare
Kommentare ansehen 10.09.2010 09:18 | von: unbekannt
.
Es wäre schön H.Denef wenn Sie doch erstmal für sich selber und dann für die Mitglieder von NetzwerkB sprechen würden.

Ich bin eine Frau die sexuelle Gewalt in der Familie erlebt hat und für mich ist dieser Satz kein Schlag ins Gesicht.

Es gibt Menschen,die sich an diesem einem Satz hochziehen. pfeilAntworten
Kommentare ansehen 09.09.2010 19:36 | von: ergo-oetken
Augenwischerei
90 Prozent der Menschen, die Kinder sexualisiert misshandeln und/oder für sexuelle Zwecke missbrauchen, sind definitiv nicht pädophil.
Diese Menschen geht es darum, einen anderen zu unterjochen und zu demütigen, um sich selbst aufzuwerten. Ähnliche Tendenzen zeigen sich in der "üblichen" entwertenden, mechanischen und brutalen Sprache, die von vielen Menschen mit dieser Einstellung für sexuelle Handlungen genutzt werden und in Aufmachung und Verbreitung z.B. von pornografischen Inhalten, in denen das mechanische "Benutzen" von Menschen für sexuelle Zwecke als attraktiv hingestellt wird.

Sexualisierte Gewalt, sexuelle Demütigung und Entrechtung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und fest in unserer Kultur verankert. Am schlimmsten trifft dieser Mangel an Kultur und Menschlichkeit wie so oft die Kinder.

Das ist der eigentliche Punkt, an dem gearbeitet werden muß, wenn man wirklich was ändern will.

Aber da ist jede/r gefragt - nicht nur "Pädophile" und "Therapeuten". pfeilAntworten
Kommentare ansehen 09.09.2010 14:34 | von: unbekannt
Sexualisierte Gewalt mit Liebe zu vergleichen
“Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?” – damit wirbt die Berliner Charité, um mit Pädokriminellen zu arbeiten. Zweimal wird in diesem Satz von Liebe gesprochen, obwohl es um ein Verbrechen geht – dem Seelenmord, das Schlimmste was man einem Kind antun kann.

“Sexualisierte Gewalt mit Liebe zu vergleichen ist ein Verbrechen – ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.” (Norbert Denef)
Mehr Info unter:
http://netzwerkb.org/2006/10/10/ard-menschen-bei-maischberger/
http://netzwerkb.org/2007/10/02/johannes-b-kerner/ pfeilAntworten
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