Die Wochenblatt App
23.05.2012 Regensburg

Zu Gast in Regensburg:

Julian Nida-Rümelin spricht zu europäischen Themen

Julian Nida-Rümelin
Foto: offizielles Pressefoto
Kulturstaatsminister a.D. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin ist zum zweiten Mal Gast des SPD Ortsvereins Regensburg Altstadt. Er wird am Freitag, 25. Mai, um 19.30 Uhr im Fürstlichen Brauhaus zum Thema "Die Krise des Europäischen Projekts und die kulturelle Identität" sprechen. An den Vortrag wird sich eine Diskussion anschließen.

Den Politikinterressierten ist Nida-Rümelin bestens im Gedächtnis als ehemaliger Kulturstaatsminister unter Bundeskanzler Schröder, nachdem er in München das Amt des Kulturreferenten innehatte. Nida-Rümelin ist nach einer Erhebung der Zeitschrift Cicero einer der drei bekanntesten deutschen Philosophen nach Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk. Er ist Präsident der "Deutschen Gesellschaft für Philosophie" und, was den Vortragsabend mit ihm besonders bedeutend macht, Vorsitzender der "Kommission Grundwerte" beim Parteivorstand der SPD.

 

Denn die Diskussion um die Ausgestaltung, ja die Zukunft des Projektes Europa ist brennend aktuell. Dazu schreiben die Initiatoren des Vortrages: Eine Fokusverengung auf ökonomische Belange der europäischen Einigung zeigt sich in der öffentlichen Diskussion an der sprachlichen Verkürzung des Projekts Europa auf "Euroland" – in einem traurigen und auch peinlichen Licht. Das Traurige ist, daß mehr als 65 Jahre nach dem letzten Krieg und trotz des Zusammenfindens der Völker und der aufblühenden Freundschaften in dieser Zeitspanne die Menschen und Nationen gegenseitig sich fremd zu werden drohen. Als Schuldner am Schuldnerpranger und als Gläubiger mit der Zuchtrute. Das Peinliche ist, daß die Gesellschaften anscheinend unter Europa nicht mehr verstehen als nur grenzenloses Warenproduzieren und Handeltreiben und dabei plötzlich völlig aus dem Kopf ihr grenzenloses Reisen und ihren Gewinn durch die ganz verschiedenen Eigenheiten der Menschen und ihrer Gesellschaften verlieren. Die verschiedenen kulturellen Identitäten werden gegenseitig zum Vorwurf, und was eine europäische Identität sein soll, weiß keiner zu beschreiben. Droht Europa, auch wenn der Euro gerettet ist und alle derzeitigen Euro-Länder Euro-Länder bleiben, zu zerfallen oder sogar in eine neue Epoche der Feindschaft zu geraten? Es scheint, wir durchleben gerade schwierigere Momente als diejenigen, die wir täglich als "Eurokrise" verkündet bekommen, nämlich die Frage "Die Krise des Europäischen Projektes und die kulturelle Identität."

 

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Autor: pm / uh

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: