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06.08.2012 Regensburg

Mit Blaulicht über die Autobahn:

Joachim Wolbergs und seine unruhige Nacht auf einem Rettungswagen der Malteser


Foto: Günter Staudinger
Gelegentlich schlägt sich Regensburgs Bürgermeister Joachim Wolbergs die Nächte um die Ohren – allerdings nicht, um Party zu machen, sondern um die zu begleiten, die für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Polizei und Müllabfuhr, da war Wolbergs schon dabei, was er bisher noch nicht kannte, war die Arbeit des Rettungsdienstes. War – denn die hat er sich am Donnerstag, 2. August, bei den Maltesern genauer angesehen.

 

Gerade als Politiker sei man ja des Öfteren mit dem Thema der öffentlichen Sicherheit befasst, so Wolbergs gegenüber dem Wochenblatt. Theoretisch, doch erst in der Praxis sei ersichtlich, "was für einen Riesenjob die Einsatzkräfte auf einem Rettungswagen leisten, das ist mir erst jetzt so richtig klar geworden".

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Ab 19 Uhr begleitete Joachim Wolbergs die Einsatzkräfte im Rettungswagen, und von da an ging es Schlag auf Schlag – bis gegen 3.30 Uhr der Dienst endete. Es galt, einen Betrunkenen zu versorgen, Platzwunden mussten behandelt werden und beim Brand in einer Tiefgarage standen die Malteser parat, um eventuell Verletzte zu versorgen oder sich um im Einsatz verletzte Feuerwehrleute zu kümmern. Spannend wurde es, als eine Blutkonserve zu einer Frau nach Weiden gebracht werden musste. Sie hatte gerade entbunden und brauchte Blut einer seltenen Blutgruppe: "Da sind wir mit Blaulicht über die Autobahn", berichtet Wolbergs. "Ich habe gemerkt, wie froh wir sein können, dass wir Polizei, Rettungsdienst und Ärzte haben!" Man müsse hier die Öffentlichkeit herstellen, denn "wir können ganz schön dankbar sein, dass es diese Einsatzkräfte gibt!" Gerade auch das Zusammenspiel der einzelnen Einsatzkräfte habe ihn sehr beeindruckt: "Da weiß jeder, wo sein Platz ist und was er zu tun hat!"

 

Wolbergs bewundert den hohen Grad an Idealismus, der ihm bei seinen "Kollegen auf Zeit" begegnet ist. Sie alle hätten den Drang, etwas Gutes zu tun und sich im Leben zu engagieren. Der finanzielle Verdienst stehe dann leider im krassen Missverhältnis zur Leistung, die jeden Tag abgerufen werden müsse. Gerade auch die psychische Belastung – zum Beispiel bei Unfällen mit Schwerverletzten oder auch Toten – sei sehr groß. Dies könne man sicher nicht so einfach nach Feierabend abstreifen, so Wolbergs. "Wir schätzen dies alles viel zu wenig wert!" Dies gelte im Übrigen auch für die Arbeit der Polizei. Bereits mehrfach habe er es bei seinen Streifenfahrten mit der Polizei erlebt, dass diese mit üblen Schimpfworten am Einsatzort begrüßt worden seien. "Hier fehlt zunehmend der Respekt", so Wolbergs.

 

Insgesamt zeigte sich Joachim Wolbergs "schwer beeindruckt" von der Arbeit des Rettungsdienstes. Seine Mitfahrt habe er nicht bereut: "Und ich werde das wieder machen", erklärte er gegenüber dem Wochenblatt.

Autor: Ursula Hildebrand

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