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31.10.2012 Regensburg

Ermittlungen zum Vorfall im Gloria:

Hat ein 17-Jähriger Schlag gegen den Hinterkopf nur erfunden?

Party im Gloria
Foto: Staudinger
Vergangene Woche sorgte eine Meldung für Aufregung, die das Wochenblatt online veröffentlicht und auch auf Facebook gepostet hatte. Am Samstag. 20. September, soll es im Gloria Kulturtheater zu einem folgenschweren Vorfall gekommen sein, den ein 17-Jähriger bei der PI Süd anzeigte. Alles gelogen, das sagten darauf die Facebook-Fans des Wochenblattes. Was also war passiert?

So genau lässt sich das auch eineinhalb Wochen nach dem Vorfall noch nicht sagen. Nach der ersten Aussage des 17-jährigen Opfers sei es gegen 23.30 Uhr durch den Schlag eines Unbekannten auf den Hinterkopf niedergestreckt worden, es sei zu Boden gefallen und bewusstlos gewesen. Ganz so dramatisch war es dann doch wohl nicht, den bei einer weiteren Vernehmung gab der junge Mann an, nach dem Schlag "etwas benommen" gewesen zu sein, berichtet Rudolf Forberger, der Leiter der PI Süd, auf Wochenblatt-Anfrage. Nach wie vor werde also wegen Körperverletzung ermittelt. Nach dem Vorfall habe dann ein Bekannter den 17-Jährigen nach draußen gebracht. Der habe dann seinen Vater informiert, der ihn dann ins Krankenhaus gebracht hat. Dort wurde der junge Mann zwei Tage stationär behandelt.

 

Auf Facebook nun melden sich Party-Gäste, die alle angeben, von dem Vorfall nichts mitbekommen zu haben, von "Rufmord" durch das Wochenblatt ist gar die Rede. Man müsse doch Meldungen überprüfen, bevor man sie online stelle. Und überhaupt dürfe man den Namen einer Location nicht veröffentlichen. Ruldolf Forberger bestätigt, dass normalerweise der Name einer Diskothek, in dem es zu einem solchen Vorfall komme, nicht veröffentlich wird, es sei denn, man benötige weitere Zeugen. Dann mache es keinen Sinn, nur von "einer Diskothek in der Innenstadt" zu sprechen, da gebe es dann doch zu viele. Erstaunt zeigt er sich, dass es angeblich so viele Zeugen geben soll, die wissen, dass nichts passiert ist. Bei der PI Süd nämlich hat sich bis heute keiner dieser Zeugen gemeldet.

 

Markus Geisler vom Gloria Kulturtheater bestätigt, dass selbst der Security-Chef, bei dem solche Vorfälle normalerweise auflaufen, nichts mitbekommen hat. "Ich habe selbst mit ihm gesprochen", erklärt er gegenüber dem Wochenblatt. "Da wird viel aufgebauscht", meint er. Bei manchen Jugendlichen komme es vor, dass sie bereits vor dem Besuch einer Diskothek ordentlich "vorglühen". Zunächst scheinen sie nüchtern, doch nach einem weiteren Getränk zeigt sich dann schlagartig, wie betrunken sie sind, da zieht es dem ein oder anderen dann auch schon mal die Füße weg. Im vorliegenden Fall könnte es also auch so gewesen sein, dass ein harmloser Rempler dem angetrunkenen 17-Jährigen den Rest gegeben hat. "Es könnte also auch nur eine fahrlässige Körperverletzung gewesen sein, bei dem jemand einfach im Gedränge nicht so ganz aufgepasst hat", sagt Forberger.

 

Für das Gloria jedenfalls hatte der Vorfall bereits erste Auswirkungen. Am vergangenen Samstag waren weit weniger Gäste zu verzeichnen als bei früheren Partys. Der ein oder andere Vater mag vielleicht, nachdem er von dem Vorfall gelesen oder gehört hat, dem Sprössling von einem Besuch im Gloria abgeraten haben.

 

Und eines ist auch klar: Die Wahrheit kennt wohl nur der 17-Jährige alleine. Sollte er es mit der Wahrheit nicht ganz so genau genommen haben, so sollte er sich zumindest jetzt überlegen, was er angerichtet hat!

Autor: Ursula Hildebrand

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