Feier-Wochenende
Gothic-Treffen und Gassenfest in Regensburg: Ein bisschen wie nicht von dieser Welt

Was für ein Wochenende in Regensburg! Die mittelalterliche Perle erstrahlte, nur kurz unterbrochen von Regenschauern. Und auch heuer trafen sich die Gothics wieder in der Domstadt. Ein bisschen wie nicht von dieser Welt wirken die schwarzen Gestalten, es gibt aber feine Unterschiede (schreibt einer, der sich der Szene vor vielen Jahren auch mal zugehörig fühlte): Seit jeher gab es die eher mittelalterlich angehauchten Grufts, die ihre Liebe zu historischen Gewändern in wunderbaren Roben ausleben. Dann gibt es die Fetischs und jene, die sich der Industrial-Musik verschrieben haben: Sie treten oft mit Lack und Leder auf, Gasmasken und hohe Plateau-Schuhe nahmen in den 90er Jahren in die Szene Einzug, als sich Techno und Gothic an manchen Stellen vermischten.
Schade, dass die oftmals wirklich liebenswerten Menschen, die eben einen etwas ausgefalleneren Geschmack haben, doch dazu entschieden, in der Alten Mälze statt im Villapark zu feiern. Doch die Organisatoren hatten das Fest kurzerhand dorthin verlegt, was zumindest der Stimmung unter den schwarzen Gestalten keinen Abbruch tat.
So bot am Sonntag das wunderbare Spectaculum am Grieser Spitz auch eine hervorragende Kulisse für die Gothics und am Samstag verirrten sich manche trotzdem in die Ostengasse, dorthin, wo die wechselhafte Geschichte Regensburgs fast greifbar ist. Regensburg ist eben nicht nur eine verstaubte, erzkonservative Stadt. Gothics, Stadtmaus-Initiatoren und Ostengassenfest-Macher haben bewiesen: Wir sind wirklich weltoffen.
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