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17.03.2012 Regensburg

Verletzter Polizist:

Fußball-Hooligans machen Spitzenspiel zum Ärgernis


Foto: Günter Staudinger
Das Top-Spiel Jahn Regensburg gegen Wacker Burghausen war nicht nur sportlich ein Reinfall für den Jahn, sondern auch ein Ärgernis für alle Nicht-Fußballfans – und vor allem eine Herausforderung für die Polizei. Chaoten sorgten für einen arbeitsreichen Tag für die Beamten.

Die Polizei kann in Regensburg auf einen für sie arbeitsreichen Spieltag nach der Drittliga-Begegnung mit über 6000 Zuschauern zurückblicken. Das Einsatzkonzept der Polizei hat sich insgesamt bewährt, aber die eingesetzten Einheiten waren zum Teil stark gefordert. Das polizeiliche Konzept war insbesondere daraufhin ausgerichtet, ein Zusammentreffen von rivalisierenden Fangruppen des Jahn Regensburg und des SV Wacker Burghausen im und vor allem auch außerhalb des Stadions zu verhindern. Die Polizeikräfte unter der Einsatzleitung des Polizeipräsidiums Oberpfalz hatten die beiden großen Fanpulks stets im Auge und so eine Trennung der rivalisierenden Gruppen gewährleistet. Dennoch gab es mehrere vorübergehende Gewahrsamnahmen und Anzeigen. Es waren Polizeieinheiten aus der ganzen Oberpfalz eingesetzt. Unterstützt wurden sie von der Bereitschaftspolizei Nürnberg.

 

Etwa 200 Jahn-Fans, meist Anhänger der Fangruppe „Ultras Regensburg“ trafen sich um 11 Uhr am Domplatz und zogen von dort über die Goliathstraße Richtung Haidplatz/Ludwigstraße weiter zur Prüfeninger Straße zum Jahnstadion. Dieser gemeinsame Anmarsch unter Polizeibegleitung verlief störungsfrei. Die Regensburger Fanszene bekam Unterstützung aus Stuttgart, Linz und Pilsen.

 

Rund 500 Burghausener Fans trafen gegen 12.15 Uhr mit dem Zug am Regensburger Hauptbahnhof ein. Im Bahnhofsbereich wurden vereinzelt gezündete Feuerwerkskörper aus dem einfahrenden Zug geworfen. Bei einigen Personen stellte die Bundespolizei pyrotechnische Gegenstände sicher.

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Die Fangruppierung bewegte sich anschließend unter den Augen der Polizei auf dem üblichen Weg über die Bahnhofstraße, die Kumpfmühler Straße überquerend, weiter über die Ladehofstraße zum Stadion. Im Verlauf des Aufzuges der Gastfans wurden vier im Lanskreis Traunstein wohnhafte Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen, die eine Anzeige zu erwarten haben. Ein 17-Jähriger hatte einen pyrotechnischen Gegenstand gezündet und ein 26-Jähriger hatte sein auf dem Oberarm befindliches Hakenkreuz zur Schau getragen. Eine 22-jährige Frau und ein 21-jähriger Mann wurden wegen Vermummung angezeigt.

 

In den genannten Bereichen der Anmarschwege der Fans kam es zu vorübergehenden Verkehrsbehinderungen bzw. Straßensperrungen. Auffallend insgesamt war wieder einmal, dass zahlreiche Fans bereits vor dem Spiel stark alkoholisiert waren.

 

Noch vor dem Spiel versuchte eine Gruppe von Jahn-Fans, sich auf das Gelände einer Tankstelle in der Nähe des Stadions zu begeben. Dies wurde von Polizeikräften erfolgreich unterbunden. Ein 19-jähriger tschechischer Staatsangehöriger, der ein T-Shirt mit der Aufschrift ACAB („All Cops Are Bastards“) trug, wurde festgenommen und wegen Beleidigung angezeigt. Er konnte jedoch nach dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden.

 

Bei den Einlasskontrollen wurden zehn Personen mit Stadionverbot erkannt und zurückgewiesen. Während des Spiels wurden mehrmals bengalische Feuer in der Kurve der Gastfans abgebrannt. In einem Fall konnte der Verursacher identifiziert und angezeigt werden.

 

Im Stadion war es nach dem Spiel wieder die vordringliche Aufgabe der Polizei, ein Aufeinandertreffen der beiden Fanlager im Stadion zu verhindern. Die rivalisierenden Gruppierungen, darunter offensichtlich zahlreiche gewaltbereite Personen, konnten von der Polizei und dem Ordnungsdienst auf Distanz gehalten und jeweils aus dem Stadion gedrängt werden.

 

Es war bereits nach 16 Uhr, als sich die Situation im Außenbereich des Stadions aufzuschaukeln drohte. Ein Pulk von etwa 50 Personen, die den Jahn-Fans zuzurechnen waren, lief plötzlich los in Richtung der abwandernden Anhänger der Gäste. In der Heitzerstraße hatte dann die Polizei alle Hände voll zu tun. Die Beamten mussten mehrfach das Reizstoffsprühgerät und den Schlagstock einsetzen. Ein Polizist wurde am Bein verletzt, da er gegen ein Tor gedrängt wurde. Er musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus verbracht werden.

Autor: ce / pm

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