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09.05.2012 Regensburg

Sanierung:

Fürstin Glorias Schloss wird aufpoliert

Schloss Emmeram wird saniert
Foto: ce
Die Gemächer der Fürstlichen Familie von Thurn und Taxis werden in den nächsten Jahren saniert. Ein Baugerüst am Ostflügel ist der Beginn der Sanierungsmaßnahmen.

Es ist ein bewohntes Schloss. Wenn man eine Führung (happige 11,50 Euro) durch St. Emmeram macht, dann geht man auch durch den Raum, in dem erst kürzlich Gloria von Thurn und Taxis ihren 50. Geburtstag mit geladenen Gästen (unter anderem dem Bischof) feierte. An den Wänden hängen wertvolle Teppiche, die wichtige Stationen im Aufstieg der Familie Thurn und Taxis zeigen. Das Schloss St. Emmeram ist in mehrfacher Hinsicht eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Bayerns: Im Kern geht es auf ein Kloster zurück, das gut und gerne Wiege des bayerischen Geisteswesens genannt werden kann. Der wunderbare Kreuzgang, der zur Gruft der Fürsten führt, ist ein Relikt, das die Vergangenheit mit der Gegenwart einer der reichsten adeligen Familien der Welt verbindet.


Doch das Schloss, das mit dem alten Recht des Fideikommiss verbunden ist – der zwölfte Fürst Albert dürfte es nicht etwa verkaufen, er müsste dazu einen eigenen Senat am Oberlandesgericht Nürnberg fragen, der mit Sicherheit ablehnen würde –, es ist auch eine ewige Baustelle. Seit kurzem ist nun der Ostflügel eingerüstet, dort, wo im Winter Gloria von Thurn und Taxis die Weihnachtsgeschichte vom Balkon herab liest und das Christkind den Besuchern ein Prosit zuruft. Der Ostflügel ist ein bislang bei Sanierungen recht vernachlässigter Teil des Schlosses. Weniger, weil er nicht bedeutsam wäre – im Gegenteil. Er gehört zum alten Teil des Schlosses.

 

Doch vor allem die Tatsache, dass die fürstliche Familie, die nach wie vor ihren Hauptwohnsitz in dem ehemaligen Kloster hat, einen großen Teil der etwa 25 Zimmer umfassenden Privatgemächer dort eingerichtet hat, hat den Ostflügel des Schlosses bislang von aufwendigen Renovierungsarbeiten ausgenommen. Das hat sich nun geändert. Zunächst soll die Außenfassade saniert werden, bevor in zwei bis drei Jahren der Innenbereich des Gebäudes saniert werden soll. Ein wenig ist es mit dem Schloss also wie mit dem Regensburger Dom: Ist man auf der einen Seite fertig, geht es woanders weiter …

Autor: Christian Eckl

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