09.02.2012 Regenstauf
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Teilhabe am Arbeitsleben wird immer schwieriger:

Finanzmittel für berufliche Rehabilitation werden weniger

Dr. Thomas Gambke informierte sich bei einem Besuch bei den Eckert-Schulen auch über das problematische Thema berufliche Rehabilitation.
Foto: Rebecca Sollfrank
Kürzlich nutzte der grüne Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gambke aus Landshut einen Besuch in Regenstauf, um sich bei den Eckert-Schulen zu informieren.

"Wir sind an der Basis und sehen die problematischen Folgen der Politik im Bereich Teilhabe Behinderter am Arbeitsleben." Gottfried Steger, Vorstandsmitglied der Eckert-Schulen AG und Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes Eckert in Regenstauf nutzte den Besuch des Grünen Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gambke und des Grünen Bezirksvorsitzenden Stefan Schmidt, um ein Problem anzusprechen, das dem größten Berufsförderungswerk Deutschlands massiv "im Magen" liegt: Die Agenturen für Arbeit ziehen sich immer mehr aus der Förderung von substantiellen Qualifizierungsmaßnahmen zurück.

 

Noch 2004, so führte Steger aus, habe der Anteil der Zahlungen durch die Agentur für Arbeit in Sachen Umschulungen bei 40 Prozent des Umsatzes des Berufsförderungswerkes gelegen. Heute mache der Agentur-Anteil nur noch 16 Prozent aus, dafür sei der Anteil an Maßnahmen, die von der Deutschen Rentenversicherung gefördert werden, auf 66 Prozent gestiegen. Steger sieht vor allem darin ein Problem, dass die betroffenen Menschen von der Agentur für Arbeit bevorzugten Kurzmaßnahmen direkt in die Zuständigkeit der Arge fielen. "Aber die Mitarbeiter dort haben gar nicht die Fachkompetenz im Umgang mit Behinderung."

 

Dr. Gambke interessierte sich konkret für zwei Fragen: "Ist die Nachhaltigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen durch die Kürzungen der Mittel beeinträchtigt und könnte man diese Nachhaltigkeit vielleicht mit festgelegten Standards sichern?" Beide Fragen konnte Steger eindeutig mit Ja beantworten. Und der Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes ging sogar noch weiter: "Wir sollten eigentlich in diesem Bereich präventiv arbeiten und Mitarbeiter, die durch ihre Arbeitsbelastung Gefahr laufen, irgendwann in die Rehabilitation zu geraten, schon vorher für berufliche Alternativen qualifizieren." Im Klartext: Ein Maurer könnte zum Bauzeichner fortgebildet werden, bevor er wegen seiner Rückenprobleme arbeitsunfähig wird.

 

"Soweit", darin war sich Steger schließlich mit Gambke einig, "sind wir aber noch lange nicht." Reha-Träger und Politik müssten das Problem gemeinsam lösen. Der grüne Bundestagsabgeordnete und der Berufsbildungs-Experte beschlossen deshalb, in Sachen berufliche Rehabilitation im Gespräch zu bleiben.



Autor: pm / uh

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