BRK warnt vor Betreten von Eisflächen:
Eisdecke auf Seen und Flüssen ist noch viel zu dünn

Auf den meisten Eisflächen in Bayern fehlen derzeit tragfähige Eisdecken. Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes hat deshalb am Freitag, 3. Februar, Spaziergänger und Wintersportler vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt. "Erst, wenn das Eis eine Dicke von 15 Zentimetern erreicht, trägt es wirklich sicher", so Dominic Mollocher von der Wasserwacht Bayern. Deshalb geht sein Appell an Kinder, Spaziergänger und Schlittschuhläufer, mit dem Eislaufen und anderen Aktivitäten auf dem Eis noch zu warten.
Besonders Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Gewässern lauern, hinweisen. Bei jedem Gewässer gibt es auch bei scheinbar hinreichender Eisdecke immer noch gefährliche Stellen. "Es gibt überall unterschiedliche Seetiefen, unterschiedliche Quellen, manchmal auch mehrere Quellen in einem See, viele Gewässer haben Zuläufe durch Fließgewässer." All diese Faktoren sorgen für unterschiedliche Durchmesser auf den Eisflächen. "Von oben kann niemand die Dicke des Eises erkennen und die Gefahr beim Betreten der Eisflächen deshalb auch nicht richtig einschätzen", erklärt Mollocher. Auf keinen Fall dürfe das Eis in den ersten Frosttagen betreten werden. Aber auch danach ist nach den Erfahrungen Mollochers stets größte Vorsicht geboten. Wenn das Eis knackt ist Gefahr angesagt, deshalb sollte man sich sofort flach auf den Bauch hinlegen und sich robbend zum Ufer zurückbewegen.
Niedrige Wassertemperaturen im Winter bergen für ins Eis eingebrochene Menschen allergrößte Gefahren. "Jeder, der ins Eis einbricht, ist in Lebensgefahr. Das Risiko ist groß, innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein zu verlieren und zu ertrinken", so Mollocher. Im Notfall muss schnell gehandelt werden. Der Verunglückte kann innerhalb weniger Minuten unterkühlen. Das Wichtigste bei Eisunfällen ist es dann, sofort einen Notruf abzusetzen.
Was tun, wenn man selbst im Eis einbricht?
Wichtig ist, laut um Hilfe zu rufen. Ist man alleine unterwegs und eingebrochen, sollte man sich nicht mehr als nötig bewegen, um so wenig Körperwärme wie möglich zu verlieren. Das Wasser ist an der Null-Grad-Grenze, daher kann Bewusstlosigkeit schon nach wenigen Minuten eintreten. Danach hat man keine Kontrolle mehr und ertrinkt. In jedem Fall muss vermieden werden, dass man unter das Eis gerät.
Bei einer dünnen Eisdecke empfiehlt das BRK, das Eis so weit abzubrechen, bis es trägt. Dann sollte man sich in Bauch- oder Rückenlage flach auf das Eis hochziehen und auf dem Bauch zum Ufer kriechen. Durch die Verteilung des Körpergewichts auf eine größere Fläche vermeidet man ein weiteres Einbrechen. Mit so genannten Eispickeln, die man auf dem Eis immer in der Tasche haben sollte, kann man sich im Eis besser festhalten und vermeidet blutig aufgeschürfte Hände von den Eiskanten.
Was tun, wenn man jemand anderen retten will?
Zunächst sollte man die eingebrochene Person beruhigen und ihr deutlich machen, dass man Hilfe holt. Über die Notrufnummern 112 und 110 sollte dann sofort Hilfe geholt werden. Wichtige Informationen Notruf sind dabei, was genau passiert ist und wo sich der Unfallort befindet. Je genauer die Angaben sind, desto schneller kann die Hilfe komme. Auch wie lange die Person schon im Eiswasser ist, sollte angegeben werden.
Dem Eingebrochenen darf man sich niemals aufrecht stehend nähern, Man sollte sich nur auf dem Eis liegend bewegen, da sonst die Gefahr besteht, selbst einzubrechen. Dem Betroffenen sollte man auch niemals die Hand reichen, da man selbst ins Wasser rutschen könnte, sondern nur mit einem festen Gegenstand helfen, den man auch loslassen kann, zum Beispiel Äste, ein Kleidungsstück, ein Schal sein oder ein Abschleppseil.
Sollte es gelingen, den Verunglückten aus dem Wasser zu bekommen, so muss er am Ufer ruhig gelagert und zudeckt werden. Die nasse Kleidung des Eingebrochenen darf erst zusammen mit den Mitarbeitern des Rettungsdienstes abgenommen werden. Wenn er bewusstlos ist, sollte die Atmung kontrolliert werden.
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