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18.09.2012 Tegernheim

Christian (13) hat Leukämie:

Ein tapferer Junge im Kampf gegen den Krebs

Christian (13) hat Leukämie
Foto: Ursula Hildebrand
Der 30. Dezember des vergangenen Jahres hat alles geändert. Am 12. Dezember war Christian aus Tegernheim zum Arzt gegangen, weil er Husten hatte, der einfach nicht weggehen wollte, dazu kamen immer wieder Fieber und Wadenschmerzen. Am 30. Dezember dann die schreckliche Nachricht. Der 13-Jährige hat Leukämie!

Was das bedeutet, das hat der Tegernheimer gleich gewusst: "Das war gerade in der Schule unser Thema!" Und auch seiner 15-jährigen Schwester Jessica war klar, was das heißt. Was folgten, waren acht Wochen Krankenhausaufenthalt an der Kinderuniversitätsklinik KUNO, da erwischte ihn dann auch noch ein Virus, was seine Situation noch verschlechterte. Eine Intensivtherapie sollte dem 13-Jährigen helfen, er musste eine Unmenge an Tabletten schlucken, die Chemotherapie sollte den Krebs besiegen. Momentan befindet sich Christian in der so genannten Erhaltungstherapie, diese wird etwa ein Jahr dauern, doch der 13-Jährige nimmt seine Situation tapfer an. Da, wo andere vielleicht verzweifeln würden, hat er erkannt, dass er kämpfen muss – und das tut er!

 

Hilfe durch den Klassenlehrer

Mutter Heidi und Vater Robert können stolz auf ihren Sprössling sein. Obwohl er schon seit einigen Monaten nicht mehr in die Schule gehen kann, hat er die siebte Klasse erfolgreich abgeschlossen. Sein Klassenlehrer von der Mittelschule in Neutraubling war für ihn da, hat dem Jungen den aktuellen Stoff nach Hause gebracht, mit ihm gelernt und Prüfungen geschrieben. Und tatsächlich, das Zeugnis fiel entsprechend aus: "Gut sogar, ein Schnitt von 2,66", sagt Christian und strahlt. Ein wichtiges Erfolgserlebnis, das ihn weiter ermutigt hat. Mitte Oktober darf Christian – wenn alles weiter so gut läuft – auch wieder in die Schule gehen. Seine Freunde vermisst er, auch wenn sie ab und zu bei ihm vorbeischauen. Aber da Christian vorsichtig sein muss, kann er eben noch nicht alles mitmachen, was sich seine Freunde so ausdenken. "Einmal, da war sogar die ganze Klasse da auf Besuch", sagt er.

 

Unbändiger Lebenswille

Christian hat einen Lebenswillen, der kaum zu beschreiben ist. Als Gesunder sitzt man ihm beschämt gegenüber und fragt sich, warum man sich eigentlich über so viele Kleinigkeiten im Leben so sehr aufregt. Und der 13-Jährige hat Träume, große Träume. Irgendwann möchte er nach New York und nach Las Vegas reisen, "Paris wäre auch nicht schlecht", erzählt er mit einem Leuchten in den Augen. Und Kaufmann möchte er werden – oder Fußballspieler, am liebsten beim FC Bayern München, das ist sein größter Traum. Bis es vielleicht soweit ist, meint er, wäre auch der Besuch eines Bayern-Spieles für den Anfang schon mal nicht schlecht.

 

Christians Schwester Jessica ist erwachsener geworden durch die Erkrankung des Bruders, vernachlässigt aber habe sie sich nicht gefühlt. Da sie schon viel über die Krankheit gewusst hatte, fiel es ihr leichter, das Schicksal des Bruders zu akzeptieren. Auch im Freundeskreis gab es keine Schwierigkeiten, im Gegenteil: "Viele haben sich sehr viele Sorgen gemacht und immer wieder nach Christian gefragt!" Blöde Bemerkungen gab es nicht, im Gegenteil, auch heute fragen immer wieder Freunde auch bei Jessica nach, wie es denn ihrem Bruder geht.

 

"Wir dürfen nicht aufgeben!"

Mutter Heidi fühlt sich zerrissen, denn sie muss Christian einen großen Teil ihrer Aufmerksamkeit schenken, und doch will sie Jessica nicht vernachlässigen. Für sich selbst hat sie gelernt, wirklich zu leben. "Man weiß nie, was morgen mit einem selbst ist, so etwas kann jeden treffen", sagt sie. "Wir dürfen nicht aufgeben!" Geholfen haben ihr vor allem die Ärzte an der Uniklinik und auch der VKKK, der mit dem Eltern-Café die Möglichkeit geboten hat, dass sich die Angehörigen der kranken Kinder austauschen können. "Man ist nicht ganz alleine", sagt Heidi – und doch muss man die Krankheit letztlich mit sich selber ausmachen.

 

Momentan ist die Familie auf Wohnungssuche, denn die aktuelle Wohnung in Tegernheim ist nicht optimal, Christian und Jessica haben nur ein gemeinsames Zimmer. Das soll sich nun ändern: Was die Familie braucht, ist eine Vier-Zimmer-Wohnung im Umkreis von Neutraubling, dort nämlich gehen die beiden Kids in die Schule. Bis zu 800 Euro dürfte die neue Bleibe kosten. Wer Christian und seiner Familie helfen will, der kann sich unter der Mail-Adresse ursula.hildebrand@wochenblatt.de melden.

 

Autor: Ursula Hildebrand

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