Polizeibilanz zu den "tollen Tagen":
Ein Schwerverletzter, ein verschwundener Pinguin und jede Menge Alk

Leider waren aber dennoch Gewalt- und Eigentumsdelikte, Alkoholexzesse, Trunkenheitsfahrten oder alkoholbedingte Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Faschingsgeschehen zu verzeichnen. Beim Gros dieser polizeilichen Einsätze spielte übermäßiger Alkoholkonsum eine nicht unwesentliche Rolle.
Chinesenfasching in Dietfurt
Traditionell beginnt der eingangs erwähnte Zeitraum mit dem Chinesenfasching in Dietfurt, bei dem sich diesmal etwa 11.000 Besucher einfanden. Aber auch an den Folgetagen insbesondere am Faschingssonntag und Faschingsdienstag waren in der gesamten Oberpfalz eine Vielzahl von Umzügen, bei denen viele Tausend Zuschauer am Straßenrand standen. Bei keiner der zu betreuenden Veranstaltungen gab es aus diesem heraus Verletzte oder Verkehrsunfälle.
Etwa 40 Körperverletzungsdelikte
Anders sieht es abseits davon aus, nachdem etwa 40 Körperverletzungsdelikte, teilweise mit mehreren Beteiligten, zu bearbeiten waren. Das Folgenschwerste davon trug sich am 19. Febnruar in Regensburg zu, bei dem ein 29-jähriger Mann in einer Gaststätte in der Innenstadt von einem 20-jährigen Regensburg nach einer vorangegangenen Rempelei mit Fußtritten gegen den Kopf traktiert wurde und dann die Treppe hinabstürzte. Der 29-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen. Das Wochenblatt berichtete.
Aber auch andernorts hielten sich manche Schläger nicht zurück. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar war auch im Amberger Stadtgebiet närrisches Treiben angesagt, was manche wohl missverstanden und wodurch es zu Körperverletzungsdelikten in Kneipen und Lokalen der Innenstadt kam. Bei einem Faschingsball in Waldeck/Gemeinde Kemnath gerieten sich zwei 24 bzw. 25-jährige Frauen in den Abendstunden des 19. Februars im wahrsten Sinn des Wortes "in die Haare". Nach vorangegangenen Beleidigungen platzte der 25-Jährigen der Kragen und sie zog ihre Kontrahentin mehrfach an den Haaren und riss sie so zu Boden.
Auch eingesetzte Polizeibeamte wurden von Rauflustigen nicht verschont. So bei einer Auseinandersetzung in einer Gaststätte in der Schwandorfer Innenstadt in den Abendstunden des 18. Februars, als zwei Gäste aneinander gerieten. Wie die Beamten feststellten, hatte einer davon annähernd drei Promille intus, was eine Blutentnahme nach sich ziehen sollte. Damit war der Festgenommene so gar nicht einverstanden. Er trat nach den Beamten und beleidigte sie massiv. Das Wochenblatt berichtete über die Vorfälle in Schwandorf.
In Lohberg/Landkreis Cham titulierte am 20. Februar in den frühen Morgenstunden ein Kneipenbesucher die kontrollierenden Polizeibeamten als "Affen" und bewarf sie mit Schneebällen. Für diese rabiaten Zeitgenossen wird dies entsprechende strafrechtliche Konsequenzen haben.
Etwa 25 Trunkenheitsfahrten und etwa zehn verhinderte Trunkenheitsfahrten
Etwa 25 Trunkenheitsfahrten und etwa zehn verhinderte Trunkenheitsfahrten stellten die Beamten bei ihren Kontrollen fest. Fünf Verkehrsunfälle bei denen die Beteiligten unverletzt blieben oder sich nur leichtere Verletzungen zuzogen sind auf übermäßigen Alkoholgenuss zurückzuführen.
Erheblicher Alkoholkonsum durch Jugendliche war natürlich auch während der Faschingstage ein Thema. So waren es in Dietfurt beim "Chinesenfasching" in den Nachtstunden sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die so besoffen waren, dass sie entweder von den Erziehungsberechtigten abgeholt oder vom Rettungsdienst in Krankenhäuser verbracht werden mussten.
In Pleystein stürzte ein 21-Jähriger in den frühen Abendstunden des 19. Februars nach dem traditionellen Faschingsumzug rücklings von einer Treppe, wobei er sich so massive Kopfverletzungen zuzog, dass er noch in den Abendstunden in ein Regensburger Krankenhaus verlegt werden musste. Auch bei ihm dürfte der vorangegangene Alkoholgenuss mit ursächlich gewesen sein.
Eine größere Suchaktion löste das Verschwinden eines 20-Jährigen als Pinguin maskierten jungen Mannes am Faschingssonntag nach dem Hahnbacher Faschingszug aus. Der sichtlich Alkoholisierte wollte Rat und Hilfe der Rettungssanitäter nicht annehmen und lief in ein Waldgebiet. Unter Leitung der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg wurde eine größere Walddurchsuchungsaktion mit Beteiligung der Feuerwehr initiiert. Etwa nach einer Stunde fanden Suchkräfte den vermissten fröstelnden Pinguin.
Das Faschingstreiben in Schnufenhofen/Landkreis Neumarkt am Faschingssonntag bescherte der PI Parsberg jede Menge Arbeit. So gab es mehrere Verletzte nach Körperverletzungsdelikten. Ein Unbekannter hatte nichts Sinnvolleres zu tun, als in einem Festzelt mit einer Bierflasche um sich zu werfen, wobei eine 22-Jährige Kopfverletzungen davontrug.
Zu einem entsprechend großen Polizeieinsatz, in den auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera einbezogen war, sollte es dann in den Abendstunden des noch kommen. Ein besorgter Vater meldete seine 18-jährige Tochter als vermisst als die nicht zum vereinbarten Treff gekommen war. Wegen des vorangegangenen Alkoholgenuss der 18-Jährigen stand zu befürchten, dass sie hilflos in der Umgebung umherirrt. Feuerwehren der Region, Polizeikräfte aus Neumarkt und Parsberg und der erwähnte Hubschrauber wurden für die Suchmaßnahmen zusammengezogen. Abseits davon gab es separate Ermittlungen nach dem Verblieb der jungen Frau und so konnte in den Morgenstunden des Rosenmontags Entwarnung gegeben werden. Die 18-Jährige hatte sich in der Wohnung einer neuen Faschingsbekanntschaft aufgehalten. Sie konnte dem sichtlich erleichterten Vater übergeben werden.
Eine 34-Jährige erschien am Rosenmontag bei der Polizeiinspektion Amberg um Diebstahlsanzeige zu erstatten. Ihr war am Wochenende, beim Aufenthalt in der Karnevalsmetropole Köln der Geldbeutel mit einem dreistelligen Betrag gestohlen worden. Der aufnehmenden Beamtin blieb die mitgebrachte Alkoholfahne der Frau, die mit dem Auto vorgefahren war, nicht verborgen. Nun muss sie für ein Monat auch noch auf ihren Führerschein verzichten.
Die Suche nach seinem Domizil im Regensburger Stadtgebiet endete für einen 31-Jährigen in den Morgenstunden des Faschingsdienstags in der Ausnüchterungszelle der Polizeiinspektion Regensburg Süd. Beim besten Willen wusste der Nachtschwärmer auf Grund seines gewaltigen Rausches nicht mehr wo er nun genau wohnt. So verbrachte ihn der Taxifahrer zur Polizei. Die Beamten nahmen den Mann in ihre Obhut – die Nacht verbrachte er in einer beheizten Zelle. Die Kosten für die individuelle Unterbringung und die ausgedehnte Taxifahrt bleiben den Mann sicherlich in Erinnerung. Das Wochenblatt berichtete.
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