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27.07.2012 Regensburg

Geschichte

Düstere Regensburger Gefängniszellen und unterirdische Verstecke


Der Fall des Henkers: Ein Regensburger-Krimi aus dunkler Vergangenheit wird im Rahmen einer szenischen Schauspielführung von kulttouren zu sehen sein. Dabei wird Geschichte erlebbar.

Am Samstag, 4. August, um 16 Uhr beginnt an der Tourist Information am Alten Rathaus die Schauspielführung von kulttouren „Der Fall des Henkers", einem Regensburg-Krimi aus dunkler Vergangenheit. Das ist die Story des Romans: Regensburg 1662, kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg: Jakob Kuisl, Henker aus Schongau, kommt nach Regensburg, um seine Schwester zu besuchen. Doch er findet sie ermordet in ihrem Haus und wird prompt selbst verdächtigt. So wird aus dem Henker – normalerweise dem Täter – ein Opfer, mit Kerkerhaft und Verhör und „peinlicher Befragung“ in der Folterkammer. Kann seine Tochter, die ihm nach Regensburg gefolgt ist, ihn noch retten, bevor es zu spät ist?


Mit dieser spannenden Frage beginnt ein in Regensburg spielender historischer Roman: „Die Henkerstochter und der König der Bettler“. Der Autor Oliver Pötzsch ist selbst Nachfahre aus einer alten bayerischen Henkersfamilie und lässt deshalb zahlreiche authentische Details in seine Erzählung einfließen. So wird der Roman zu einem wahren Geschichtsbuch über die dunklen Seiten der Regensburger Vergangenheit. Eine spannende Story, angereichert mit echten historischen Hintergrundinformationen: Damit ist der Roman optimal geeignet für die Umsetzung im Rahmen einer szenischen Stadtführung.


„Der Autor hat in seinem Roman den ganzen Stadtorganismus von Regensburg perfekt mit einbezogen, das Milieu der einfachen Leute und Bettler, die sonst gerne übersehen werden, oder auch die vielen verwinkelten Gassen, in denen ständig neue Überraschungen auf einen warten“, schwärmt Historiker Matthias Freitag vom Verband der Regensburger Gästeführer. Er stand schon bei der Entstehung des Buchs als Fachberater dem Romanautor Rede und Antwort, und war maßgeblich an der Abfassung des Drehbuchs beteiligt. Die dramaturgische Gestaltung der einzelnen Schauspielszenen – insgesamt elf – übernahm, wie bei den bisherigen szenischen Führungen von kulttouren, der Regisseur der Theatergruppe St. Anton, Stephan Roggenbuck.


Bei allen Aspekten der Führung war Authentizität oberstes Gebot – das gilt auch und vor allem für die Räumlichkeiten. Die düsteren Gefängniszellen und die schaurige Fragstatt im Alten Rathaus sind genauso Stationen auf der Route wie das standesgemäße Quartier eines geheimnisvollen venezianischen Reichstagsgesandten und ein unterirdisches Versteck der Regensburger Bettler. Gänsehautfeeling pur! Tickets für diese Tour mit kulttouren gibt es in der Tourist Information telefonisch unter 0941/ 5074410.
 

Autor: pm
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