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28.09.2012 Regensburg

Fußball

Die Bagger rollen für das neue Jahn-Stadion

Hier wird das neue Stadion entstehen
Foto: Stadt Regensburg
Der Jahn soll ein neues Stadion bekommen, die Koalition im Regensburger Rathaus hat alle Weichen gestellt. Jetzt wird gerodet, dann rollen die Bagger.

Am 1. Oktober läuft die Baufeldfreimachung für die neue Fußballarena an der Franz-Josef-Strauß-Allee an. Innerhalb der nächsten Wochen werden auf dem Gelände Fällarbeiten und Wurzelstockrodungen durchgeführt. Parallel dazu können auch die archäologischen Sondierungsarbeiten beginnen, da die Felder zu diesem Zeitpunkt bereits abgeerntet sind und nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Ebenfalls vorgesehen ist eine Entmunitionierung der Flächen, die von der Fachfirma Semmler durchgeführt wird.

Pünktlich zum 1. Oktober 2012 beginnen die Baumfällungen, die mit den sich daran anschließenden Arbeiten zur Rodung der Wurzelstöcke bis Mitte November andauern werden. Verschiedene Einzelbäume entlang der BAB A3 müssen gefällt werden. Die erst vor wenigen Jahren gepflanzten jungen Eichen sollen nach Möglichkeit versetzt werden.

Im Zuge von Geländeanpassungen und der Herstellung von Erschließungsflächen muss auch ein zusammenhängendes Gehölz aus verschiedenen heimischen Baum- und Straucharten am Südrand der vorhandenen Fußballfelder des TSV Oberisling weichen.

Bereits abgeschlossen ist die erste Phase der artenschutzrechtlich erforderlichen Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen. Bis in die letzte Septemberwoche wurden insgesamt etwa 90 Zauneidechsen auf dem künftigen Stadiongelände eingefangen und auf eine geeignete Fläche umgesiedelt. In den Wintermonaten werden dann noch die notwendigen Arbeiten zur Herstellung von Ersatzlebensräumen für die Reptilien und zwei weitere artenschutzrechtlich relevante Vogelarten (Rebhuhn und Feldlerche) durchgeführt.

Das künftige Baufeld liegt in der Nähe zu Funden und Befunden bereits bekannter archäologischer Bodendenkmäler, insbesondere zu Siedlungsfunden der Vorgeschichte (Jungsteinzeit und Metallzeiten) sowie der römischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters, die somit ein Spektrum von etwa fünf Jahrtausenden Siedlungsgeschichte abdecken. Daher besteht der Verdacht, dass auch dort derartige archäologische Spuren vorhanden sein könnten. Um im Vorfeld der Baumaßnahme Klarheit zu schaffen, werden routinemäßige Sondierungen vorgenommen, für die eine private archäologische Ausgrabungsfirma (Arcteam GmbH) von der Stadt Regensburg beauftragt wurde. Diese Sondierungen erfolgen als Oberbodenmaßnahme mittels Bagger in einem Raster von schmalen Streifen, die durch das Gelände laufen. Je nach Befundlage wird dann entschieden, ob archäologische Grabungen vorgenommen werden müssen oder ob das Gelände freigegeben werden kann.

Ab Mitte Oktober wird an der Nordostecke des künftigen Stadionareals neben der Autobahn A 3 und am Böschungsfuß des Unterislinger Weges ein neuer Kanalanschluss hergestellt. Dazu wird die Autobahn ohne Aufgrabung unterirdisch mit einer Rohrleitung gequert. Nach Abschluss der Rodungsarbeiten kann dann das Gelände endgültig vermessen werden. Eine vollständige Freigabe und flächendeckende Entmunitionierung konnte bisher aufgrund der Vegetationsflächen nicht erfolgen.

Für die Untersuchung der restlichen Flächen muss deshalb der Abschluss der Rodungsarbeiten abgewartet werden. Außerdem steht die Entfernung von Einzäunungen auf der Agenda. In einem Teilbereich müssen als Vorleistung außerdem noch Aufbauten abgebrochen und auf eine Tiefe von etwa einem halben Meter armierte Einbauten beseitigt werden. Es ist vorgesehen, die Entmunitionierung, die sich an diese Maßnahmen anschließt, bis Ende des Jahres abzuschließen.
 

Autor: pm

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