12.10.2017 Donaustauf

Ausstellung wird eröffnet

Der Landkreis Regensburg und der Markt Donaustauf feiern gemeinsam das Walhalla-Jubiläum

Walhalla
Foto: Ursula Hildebrand
Mit einer Ausstellung im Bürgerhaus feiern der Markt Donaustauf und der Landkreis Regensburg gemeinsam das Jubiläum "175 Jahre Donaustauf".

Zur Eröffnung am Donnerstag, 12. Oktober, um 19 Uhr sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, der Eintritt ist kostenlos. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 1. November. Initiator der Ausstellung ist Bürgermeister Jürgen Sommer. Er sagt über das Konzept: "Ich habe mich immer für die Geschichte von Stauf interessiert, denn nur wenn man über die Heimat Bescheid weiß, kann man sie wirklich mögen." Deshalb habe er zunächst Landrätin Tanja Schweiger ins Boot geholt, weil die Walhalla das wichtigste Baudenkmal des Landkreises ist. Dann habe er Jenö Mihalyi, den Ortsheimatpfleger und ersten Vorsitzenden des Heimat- und Tourismusvereins, sowie Marktrat Bernd Kellermann angesprochen und mit ihnen das Jubiläumsprogramm "175 Jahre Walhalla" entwickelt. Höhepunkt davon ist nun die Ausstellung im Bürgerhaus. Sommer unterstrich, dass der gesamte Marktgemeinderat über alle Parteigrenzen hinweg hinter dem Projekt steht und einen eigenen Kulturetat dafür gebilligt hat.

 

Als besondere Rarität zeigt die Ausstellung zwei historische Besucherbücher aus dem Bestand der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Sie wurden mit hohem Aufwand von München nach Donaustauf gebracht und sind eigens versichert. Das ältere Besucherbuch, ein prächtiger roter Band, wurde 1878 begonnen und zeigt aufgeschlagen eine Doppelseite mit Eintragungen zahlreicher Turner aus Österreich-Ungarn, die im Juli 1903 auf dem Weg zum Deutschen Turnfest in Nürnberg waren. Das etwas jüngere Besucherbuch, ein Band in blauem Leder, zeigt die Eintragung von Bayerns König Ludwig III., seiner Frau Königin Marie Therese sowie den Prinzessinnen Adelgunde, Hildegard, Wiltrud, Helmtrud und Gundelinde vom 15. Juni 1914. Ausstellungsmacher Bernd Kellermann ist besonders glücklich, diese Bücher in Donaustauf zeigen zu können. „Ich hab’s erst geglaubt, dass sie gezeigt werden können, als ich sie selber in der Vitrine gesehen habe“, sagt er.

 

Auch eine Reihe von Leihgaben aus privaten Sammlungen ist in der Ausstellung zu sehen. So hat der Kunstsammler Marcus Spangenberg aus Regensburg unter anderem eine originale Unterschrift von König Ludwig I. und einen Zeitungsbericht des Pariser Blattes „Le Monde Illustré“ über das Begräbnis des Königs zur Verfügung gestellt. Ortsarchivpfleger Christian Setz stellte aus seiner Sammlung zahlreiche Walhalla-Führer, alte englische und böhmische Zeitungen sowie eine Reihe von Postkarten bereit. Besonders hübsch ist eine Postkarte mit dem Titel "Donaustauf mit Walhalla in der Zukunft". Darauf ist die Walhalla zu sehen, die die Besucher einer einst fernen Zukunft mit einer Gondelbahn und per Ballon erreichen. Außerdem rauscht durch den Bräuberg unter der Walhalla ein Dampf-Schnellzug durch. Dazu kommt, dass das Donaustaufer Rathaus zu einem imposanten, schlossähnlichen Gebäude vom Reichtum des Markts der Zukunft zeugt. Ausgestellt ist auch ein alter Walhalla-Führer mit einer Annonce des Donaustaufer Gasthauses "Goldenes Roß" (heute griechisches Restaurant), dessen Wirt ein früher Wolfgang Weigert war. Schließlich brachten Diakon Walter Karger die bekannte Klenze-Ansicht der Walhalla sowie die Walhalla-Führerin Ernestine Kastenmeier zwei Bücher in die Ausstellung ein. Das eine Buch ist ein Band mit Gedichten von König Ludwig I., das andere ist der erste Walhalla-Führer, den der König unter dem Titel "Walhallas Genossen" von 1842 selbst verfasst hat. Aus dem Marktarchiv sind originale Listen von Arbeitern zu sehen, die beim Bau der Walhalla in Donaustauf wohnten sowie Fotografien eines hohen Besuchs um 1910, die aus dem Nachlass des früheren Bürgermeisters Hans Groß an den Markt kamen.

 

Als Leitmotiv sind im Bürgerhaus 13 großformatige Fotos des international renommierten Architekturfotografen Marcus Ebener aus Berlin zu sehen. Sie wurden zum Abschluss der zehn Jahre dauernden Walhalla-Renovierung aufgenommen und vom Staatlichen Bauamt sowie dem Tempel-Museum Etsdorf bei Amberg zur Verfügung gestellt.

 

Der Heimat- und Tourismusverein Donaustauf bietet während der Ausstellung Postkarten, Prospekte und Heimatbücher an. Außerdem zeigt Ortsheimatpfleger Jenö Mihalyi einen Teil seiner Büchersammlung über die Walhalla.

 

Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags und freitags von 16 Uhr bis 20 Uhr, samstags von 15 Uhr bis 19 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr. 

Autor: Pressemitteilung

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