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13.06.2012 Regensburg

Wenn man einen Arzt braucht:

Das Nummerchaos – 110, 112, 116 117, oder was?

Bereitschaftsdienst 116 117
Foto: Johanniter
Es ist Freitag, 25. Mai, gegen 10.30 Uhr. In Regensburg ist eine ältere Dame in ihrer Wohnung hingefallen. Hilfe soll her. Und da es nicht lebensbedrohlich ist, wählen Nachbarn die neue Nummer des Bereitschaftsdienstes – die 116 117. Doch da geht keiner hin! Und auch am Wochenende darauf rührt sich bei den Anrufen bei dieser Hotline nichts.

Ein Regensburger Wochenblatt-Leser ruft in der Redaktion an, ob wir etwas wüssten, warum die Nummer des Bereitschaftsdienstes nicht geht, er habe da mehrfach wegen seiner Nachbarin angerufen.

 

An Informationen zu dieser Nummer zu kommen, ist gar nicht so einfach, so wirklich zuständig fühlt sich keiner. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KV Bayern) gibt es zumindest die Auskunft, dass der Freitagvormittag nicht über die neue Bereitschaftsnummer 116 117 abgedeckt sei, denn diese sei in der Regel dafür da, außerhalb der normalen Sprechstundenzeiten an Informationen zu kommen, welche Bereitschaftspraxis geöffnet sei.

 

Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es dann ebenso kaum Informationen. Die Auskunft, dass die 116 117 grundsätzlich nur außerhalb der Sprechstundenzeiten gelte, sei richtig, bestätigt Pressesprecher Roland Stahl auf Wochenblatt-Nachfrage. Dass allerdings am Wochenende dann ebenfalls niemand erreichbar war, "das sollte nicht sein". Von Ausfällen sei ihm nichts bekannt. Er verweist auf die bisher gültigen Bereitschaftsdienstnummern, die weiter parallel gelten würden.

 

Hierzu weiß die stellvertretende Pressesprecherin der KV Bayern, Kirsten Warweg, Rat: Auch, wenn man bestrebt sei, die neue Nummer des Bereitschaftsdienstes auch zu Sprechstundenzeiten besetzt zu haben, gelte diese grundsätzlich nur am Werktagen von 18 Uhr abends bis 8 Uhr morgens sowie von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 8 Uhr. Auch von Mittwoch, 13 Uhr, bis Donnerstag, 8 Uhr, sei die 116 117 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten müsse man sich an den Hausarzt oder an die 01805/ 191212 wenden. Diese Nummer sei seit 2003 ein Service der KV Bayern. Diese Nummer allerdings ist gebührenpflichtig, sie kosten aus dem Festnetz zwölf Cent pro Minute. Hier bekommt man Hilfe, wenn der Zustand des Patienten nicht lebensbedrohlich ist. Bei lebensbedrohlichen Situationen sei die 112 die richtige Wahl, so Warweg.

 

Warum nun unser Leser auch am Wochenende die 116 117 nicht erreichen konnte, das kann heute leider niemand mehr nachvollziehen. Fakt ist, dass die Patientin dann mit dem Taxi in ein Krankenhaus gefahren ist. Ob das Sinn einer geplanten Vereinfachung des Systems ist, darf allerdings stark bezweifelt werden.

Autor: Ursula Hildebrand

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