17.03.2017 Wolfsegg

Ortstermin

Bezirk stellt Förderung in Aussicht: Burgmuseum Wolfsegg wird erweitert und neu gestaltet

Zum Ortstermin waren auf die Burg Wolfsegg gekommen (v. li.): Kulturreferent des Landkreises Dr. Thomas Feuerer, Sonja Fuchs, Geschäftsführerin des Kuratoriums Burg Wolfsegg, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landrätin und Erste Kuratoriumsvorsitzende Tanja Schweiger, Bezirks- und Kreisrat Thomas Gabler, Wolfgang Pirzer, Zweiter Kuratoriumsvorsitzender und Erster Bürgermeister der Gemeinde Wolfsegg, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und Kuratoriumsmitglied Wolfgang Söllner.
Foto: Pressestelle Landkreis Regensburg
Schon seit Jahrzehnten zählt die Burg Wolfsegg zu den touristischen und kulturellen Highlights im Landkreis Regensburg. Nun informierten vor Ort das Kuratorium Burg Wolfsegg mit Landrätin Tanja Schweiger als Vorsitzender und der Kulturreferent des Landkreises, Dr. Thomas Feuerer, über den derzeitigen Stand des Burgmuseums Wolfsegg, das derzeit erweitert, aktualisiert und neugestaltet wird.

Damit dieses ambitionierte Vorhaben gelingen kann, ist das Kuratorium auf Fördermittel angewiesen. Der Bezirk Oberpfalz, der dem Projekt seine Unterstützung in Aussicht stellt, war beim Ortstermin durch Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Bezirksrat Thomas Gabler und Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl vertreten.

 

"Im Gegensatz zu anderen Burgen ist die Burg Wolfsegg keine Burgruine, denn sie verfügt noch über ein intaktes Innenleben", erklärte Landrätin Tanja Schweiger. Über 28 Jahre nach der Eröffnung soll das Burgmuseum nun modernisiert und umgestaltet werden. "Das ist mittlerweile eine ganze Generation und da ist klar, dass wieder was gemacht werden muss", sagte Dr. Thomas Feuerer. Träger ist das ehrenamtlich tätige Kuratorium Burg Wolfsegg e. V., für das beim Ortstermin neben der Landrätin auch die Geschäftsführerin Sonja Fuchs, Wolfseggs Bürgermeister Wolfgang Pirzer als Zweiter Kuratoriumsvorsitzender sowie Kuratoriumsmitglied Wolfgang Söllner anwesend waren.

 

Die Burg Wolfsegg wurde im Jahr 1278 erbaut. Heute ist sie – Jahrhunderte später und nach einigen Umbauten – im wesentlichen im Zustand der Renaissance erhalten. In den Räumen des Hollnbergerhauses erklärte Kulturreferent Dr. Feuerer, dass die Burg das Thema „Leben auf der Burg“ habe, was fast ein Alleinstellungsmerkmal sei. Das ehemalige Privathaus wurde bereits im Rahmen der Neugestaltung erworben und im vergangenen Herbst baulich an die Burg angebunden. Dieser Erwerb ermöglicht eine Neustrukturierung des Burgmuseums: Im Bereich des Hollnbergerhauses wird künftig der Empfang sein, wo die Leute ankommen und sich informieren können. "Das Haus zu erwerben, hat uns gutgetan, weil wir die eine oder andere Räumlichkeit oder Infrastruktur hierher verlegen können", berichtete Landrätin Tanja Schweiger.

 

Gesamtkosten von über einer Million Euro

Das Burgmuseum Wolfsegg wurde im Zuge der Generalsanierung der Burg im Jahr 1989 eröffnet und wird insbesondere von Schulklassen und Familien besucht. Nach rund 28 Jahren steht nun eine Renovierung der technischen Anlagen an, die in der kommenden Winterpause ab Oktober 2017 mit einer Neugestaltung der Dauerausstellung verbunden werden soll. Darüber hinaus werden die Brandschutz-, Überwachungs- und Alarmierungsanlagen modernisiert. Im Frühjahr 2018 steht dann noch die teilweise Umgestaltung des Burghofs und anliegender Gebäude auf dem Programm. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf 1.070.000 Euro veranschlagt.

 

Um diese Maßnahme realisieren zu können, benötigt das Kuratorium Burg Wolfsegg Unterstützung. "Das Kuratorium kann von sich heraus diese große Aufgabe nicht alleine stemmen", sagte Landrätin Tanja Schweiger, "daher haben wir um Zuschüsse und Fördermöglichkeiten gebeten". Das Vorhaben wird unter anderem mit Mitteln des Kulturfonds Bayern, der Bayerischen Landesstiftung, der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, der Sparkasse Regensburg und von LEADER gefördert. Auch beim Bezirk Oberpfalz wurde nach einem Zuschuss gefragt.

 

"In einer Zeit, in der die Welt so in Bewegung geraten ist, ist Kultur momentan so wertvoll wie nie zuvor", erklärte Franz Löffler, Bezirkstagspräsident und Landrat von Cham, der Wolfsegg als eine der bedeutendsten Burganlagen in der Oberpfalz bezeichnete. "Solche bedeutenden Burganlagen stellen natürlich auch Herausforderungen dar. Nur eine Burg zu haben und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen, ist das eine. Aber eine Burg zu haben und sie mit Leben zu füllen, das ist das andere. Dass das nicht immer ganz einfach ist, zeigt das Beispiel Wolfsegg." Um die Maßnahme fortführen zu können, sprach er sich für eine Förderung durch den Bezirk aus. „Wir haben bereits für die nächste Kulturausschusssitzung einen Beschlussvorschlag erarbeitet. Unser Verwaltungsvorschlag ist, dass wir uns mit einem doch ganz gehörigen Anteil beteiligen“, berichtete er. Dabei gehe es um eine Summe von gut 50.000 Euro. "Das ist die Anerkennung für eure Arbeit!", zollte er dem Kuratorium seinen Respekt.

 

"Es würde uns freuen, wenn die Burg von den Mitteln, die der Bezirk für die Kultur aufwendet, profitieren könnte", bekräftigte Tanja Schweiger ihre Bitte um Unterstützung seitens des Bezirks. Denn in den kommenden Monaten stehen noch einige Maßnahmen an, die finanzieller Unterstützung bedürfen: "Gerade arbeiten wir an dem wissenschaftlichen Feinkonzept, wie die Räume künftig bespielt werden sollen", erläuterte Dr. Thomas Feuerer das weitere Vorgehen. Das Thema "Leben auf der Burg" werde mit neuen pädagogischen Konzepten aktualisiert. "Da sind wir gerade an der Feinarbeit.“ Ziel in der nächsten Winterpause ist dann die Neugestaltung der Dauerausstellung in der Burg. Ab Frühjahr 2018 folgt dann die Außengestaltung. Dr. Feuerer rechnet mit einer Fertigstellung für Mitte 2018 und ist überzeugt: "Dann haben wir mindestens wieder für eine Generation die Grundlagen gelegt."

Autor: pm / uh

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