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03.08.2012 Regensburg

Eine ganz besondere Reise:

Auf den Spuren der Regensburger "Ballonauten"


Foto: privat
Wir schreiben das Jahr 1932, Jakob Schmid und Franz Perzl sind gerade arbeitslos geworden und suchen nach dem Sinn. Den finden sie in einem besonderen Projekt: Die "Ballonauten" waren geboren.

Die Idee klingt spannend und unglaublich, denn unsere beiden "Ballonauten" haben einen Fußball gebaut, groß, 600 Kilo schwer. Der Innenraum war zum Schlafen hergerichtet, denn die Beiden starteten eine besondere Reise einmal quer durch Deutschland. Schmid und Perzl rollten den Ball durch die Landschaft, Straßen, Feldwege, Küsten, alles kein Hindernis. Und selbst vor hohen Bergen scheuten die Beiden nicht zurück. Am 14. August 1933 landeten die beiden schließlich in Rosenberg, da zerbrach ihr Ball.

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Und was hat das alles heute, fast 80 Jahre später mit der Stadt Regensburg zu tun? Ganz einfach, Schmid und Perzl bauten ihren Ball in der Domstadt und starteten von hier ihre große Reise. Von dieser Reise zeugen heute noch viele Dokumente. Fotos, Genehmigungen, Schuldscheine, alles fein säuberlich in ein Buch eingeklebt, quasi dem Tagebuch der "Ballonauten"-Reise. Mitte 2010 entdeckte Hubertus Wiendl das Buch wieder – und war fasziniert, die "Ballonauten" ließen ihn nicht mehr los.

 

Und so wagt er sich nun zusammen mit Helfern und Sponsoren an ein gewagtes Projekt: Er möchte den Ball nachbauen und dann auf Reisen gehen. Ab Montag, 6. August, wird unter der Pfaffensteiner Brücke gezimmert und gewerkelt. Wer das Spektakel mitverfolgen will, ist eingeladen, täglich von 14 bis 18 Uhr vorbeizuschaun. "Wir laden alle Regensburger ein, Geburtshelfer zu spielen und sich vor Ort über den Stand des Projektes zu informieren", so die Initiatoren. Am 8., 10., 14. und 16. August informieren die "Ballonauten von heute" jeweils um 19 Uhr im Vereinsheim des Freien TUS an der Schillerwiese über das Projekt.

 

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.ballonauten.de.

Autor: Ursula Hildebrand

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