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24.10.2012 Regensburg

Den Schülern stinkt's:

Auf Hawaii gibt’s kein Bier – und am Goethe in Regensburg kein Klopapier

Klopapier
Foto: Christian Eckl
Es gibt Meldungen, da muss man im ersten Moment kräftig lachen, doch oft steckt ein ernster Hintergrund dahinter. So auch am Goethe-Gymnasium in Regensburg. Dort nämlich geht’s ums Papier – ums Toilettenpapier, um genau zu sein!

Ja, richtig gelesen, das Toilettenpapier ist am Goethe gerade ein großes Thema. Ein besorgter Vater meldet dem Wochenblatt, dass seine 13-jährige Tochter, die momentan im Ausweichquartier im ehemaligen Von-Müller-Gymnasium untergebracht ist, doch glatt vor dem Toilettengang ins Sekretariat gehen muss. Nicht etwa, um um Erlaubnis zu fragen, so weit geht das Ganze dann doch noch nicht, aber sie muss sich dort das Toilettenpapier abholen, das nämlich gibt es auf den Toiletten nicht mehr. Angeblich, so der Vater, sei auf der Jungentoiletten wohl alles drunter und drüber gegangen, mit der Hygiene soll es da nicht mehr so gut bestellt gewesen sein.

 

Das bestätigt auch der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums. Zunächst ist Franz Feldmeier etwas zurückhaltend, als das Wochenblatt anfragt, wie das denn nun sei mit dem Toilettenpapier im Ausweichquartier. "Sollen die Schüler sich halt benehmen", sagt er. "Grobe Verunreinigungen" habe es auf den Toiletten gegeben, deshalb habe man sich zu dieser Maßnahme entschieden. Es ist also tatsächlich so, dass Schülerinnen und Schüler im Ausweichquartier vor dem Gang auf die Toilette zunächst ins Sekretariat kommen müssen, um sich dort das Papier abzuholen. Aber wie läuft das dann nun praktisch ab? Werden da Rollen verteilt, die dann hinterher wieder ins Sekretariat zurückgebracht werden müssen? Oder gibt es nur einzelne Blätter? "Da fragen Sie mich was", sagt Feldmeier, der seine anfängliche Zurückhaltung verloren hat. Mittlerweile muss er selbst schmunzeln. "Das Toilettenpapier wird bedarfsgerecht verteilt", sagt er – und lacht. Was in Einzelfall „bedarfsgerecht“ ist, das wisse er auch nicht.

 

Ein Gutes hat das Ganze. Am Freitag ist Schluss damit, dann nämlich beginnen die Herbstferien – und danach geht es für die Klassen, die momentan im ehemaligen Von-Müller-Gebäude ausgelagert sind, wieder zurück ans Goethe.

 

Und mit einem hat Feldmeier recht: Unhaltbare hygienische Zustände auf Schultoiletten sollten wirklich nicht sein. Und als Schüler eines Gymnasiums sollte man in der Lage sein, eine Toilette zu benutzen, ohne eine Schweinerei zu hinterlassen. Ob nun die Rationierung des Toilettenpapieres die richtige Erziehungsmaßnahme ist, darüber lässt sich sicher streiten. Vielleicht hätte einmal Toiletteputzen beim ein oder anderen mehr geholfen …

Autor: Ursula Hildebrand

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