Wochenblatt
27.10.2010 Regensburg

Kleinkrieg:

Altkleider-Sammler werden für Katzenfänger bestraft


In Hofdorf haben Unbekannte die leeren Körbe vor der Kirche deponiert

 

In Hofdorf bei Wörth an der Donau haben Altkleider-Sammler gegenwärtig einen schweren Stand. Unbekannte haben die ausgeteilten Plastikkörbe am vergangenen Freitag wieder eingesammelt und leer vor der Kirche deponiert. Die Ausbeute der Kleidersammlung fiel sehr gering aus.
„Es könnten Tierfreunde gewesen sein, denn öfter nach solchen Sammlungen verschwinden Katzen aus den besuchten Ortschaften“, vermutet eine Wochenblatt-Leserin, die uns von dem Vorfall unterrichtete. Sie erinnerte sich auch an den exklusiven Wochenblatt-Bericht unter dem Motto „Katzen geht es an den Kragen“, in dem wir vom Verschwinden mehrerer Stubentiger aus dem ebenfalls zu Wörth an der Donau gehörenden Oberachdorf berichteten. 
 
Den betroffenen Katzenbesitzer war es schon damals verdächtig, dass meistens nach Kleidersammlungen Katzen verschwinden. Sie verpassten darauf ihrenm Stubentiger eine Stufenschnitt, damit das Fell für eine Rheumadecke nicht mehr zu gebrauchen ist. Tierfreunde sind sich nämlich sicher, dass den eingefangenen Katzen das Fell für solche Decken über die Ohren gezogen wird.  Stichhaltige Beweise für den Zusammenhang zwischen Altkleider-Sammlungen und Katzenfängern gibt es nicht, aber das Gerücht hält sich hartnäckig.
 
Es gibt allerdings auch keine Beweise dafür, dass Katzenfreunde die Körbe vor dem Gotteshaus deponiert haben. „Wir haben die vielen leeren Plastikkörbe heute morgen auf dem Dorfplatz liegen gesehen, wer sie hingebracht hat, weiß man nicht“, erklärt eine Hofdorferin am Freitag in der zentral gelegenen Bäckerei. 
 
Bei unserer Ankunft hatten die Sammler die Körber schon wieder in ihrem geschlossen Kleinbus mit Dingolfinger Kennzeichen untergebracht. „Die Ausbeute in Hofdorf war sehr gering“, bestätigen die kaum der deutschen Sprache mächtigen Männer. Warum die Körbe leer vor der Kirche landeten, wissen sie nicht. Von dem Verdacht, dass es Katzebesitzer waren, die aus Angst um ihre Tiere handelten, haben sie auch schon gehört, weisen aber jeder Verbindung mit Katzenfängern weit von sich. Sie zeigen ein Papier mit Aufschrift und Adresse des Sammelvereins und haben es plötzlich sehr eilig, denn sie müssen auch in anderen Ortschaften noch die ausgelegten Körbe für Altkleider und Schuhe einsammeln. Und dort hatten sie anscheinend mehr Erfolg, denn in Bach an der Donau z. B. konneten wir volle Körbe mit Kleidern am Straßenrand sehen.
Autor: Josef Reisenauer

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