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16.01.2011 Regensburg

Einsatzkräfte:

Ärger über Hochwasser-Tourismus


Foto: Rebecca Sollfrank
Der Ärger über den Hochwasser-Tourismus in Regensburg, vor allem aber im Landkreis ist groß: In Regensburg herrschte am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein Bürgerfest-Stimmung. Anwohner kamen sich zeitweise ziemlich dumm vor. Noch krasser aber war's in Kallmünz, wie unsere Bilder belegen – und der beherzte Kommentar einer Feuerwehr-Kommandantin.

Das Hochwasser 2011 – es hat die Welterbe-Stadt Regensburg verschont. Im Landkreis Regensburg war die Lage zeitweise alles andere als entspannt, doch wie in der Domstadt verhinderte das konzertierte Miteinander der Hilfskräfte Schlimmeres.

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Doch die Unvernunft der Bürger ärgerte viele Helfer – die berufsmäßigen, vor allem aber die freiwilligen. So besprach der Krisenstab in Regensburg bereits am Sonntagmorgen, dass Busse von den Hochwasser-Touristen behindert werden könnten. Im Landkreis Regensburg aber war's noch viel schlimmer: Hier mussten sogar Fahrzeuge aus den Fluten geborgen werden, weil sie in abgesperrte Bereiche fuhren.

 

Eine 1. Vorsitzende eines Feuerwehrvereins schreibt folgenden Kommentar auf www.wochenblatt.de, den wir im Wortlaut dokumentieren – und dem wohl nichts mehr hinzuzufügen ist:

 

„Es wäre schön, wenn sich die Leute nicht an dem Unglück der betroffenen Hochwasser geplagten Menschen erfreuen würden. Ich würde jeden Gaffer eine Schaufel in die Hand drücken, damit er Sandsäcke befüllen kann. Somit wären die Feuerwehrleute entlastet und könnten da helfen, wo sie gebraucht werden. 

 

Ich bin selbst Feuerwehrfrau und weiß, wovon ich schreibe. 

Auch würde ich die unvernünftigen Menschen, die sich mit Ihren Fahrzeugen an Absperrungen oder durch das Hochwasser fahren, empfindlich strafen, da sie die Einsatzkräfte behindern, oder diese dann zur Bergung ihrer liegengebliebenen Fahrzeuge benötigen. 
Wir Feuerwehrmänner und -Frauen sind gerne bereit Menschen zu helfen, die in Not geraten sind, aber nicht unsere Freizeit zu opfern für Neugierige und Möchtegerne. 

Mit freundlichen Grüßen 
Anna Schönstein-Schmerl 
1.Vorsitzende der FF Krachenhausen-Mühlschlag"

Autor: Christian Eckl

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