Nach dem Aus für den Regensburg-Marathon haben sich Mitglieder des LLC zu Wort gemeldet, die seit Jahren die fehlende Transparenz bei der Marathon-GmbH angeprangert haben..
Für weite Teile der Öffentlichkeit mag das am Donnerstag verkündete Aus für den Regensburg-Marathon 2012 überraschend gewesen sein – für eine kleine Gruppe kritischer Mitglieder des LLC Marathon aber war es eine absehbare Folge von mangelnder Transparenz und Misswirtschaft, die sie bei der Marathon GmbH schon seit längerer Zeit vermutet hatten.
„Seit zwei Jahren haben wir darauf hingewiesen, dass ein Fehlbetrag in der Bilanz der GmbH steht”, berichten zwei anonym bleiben wollende LLC-Mitglieder (Namen der Redaktion bekannt). Quelle dieser Information war der elektronische Bundesanzeiger, nicht etwa ein Rechenschaftsbericht der GmbH gegenüber den Vereinsmitgliedern.
„Wir wollten daraufhin wissen, ob der Marathon überhaupt noch läuft, ob man Änderungen in Konzeption und Vermarktung vornehmen muss und ob man sich die Ausgaben-Praxis der GmbH mal genauer anschauen sollte. Die Gründung eines Wirtschaftsausschusses zur Schaffung von mehr Transparenz war unser zentrales Anliegen”, so die Kritiker, die die „Miesen” der Marathon-GmbH auf 50.000 Euro schätzen.
15 bis 20 weitere Sportkameraden hätten so gedacht, der große Rest des 1.500-Mitglieder-Vereins habe sich jedoch uninteressiert gezeigt. „Von einigen wurden wir sogar als ,Querulanten’ und ,Piraten’ beschimpft. Da wir leider auch von der Vorstandschaft keine Rückendeckung hatten, konnte die GmbH quasi nach Belieben schalten und walten.”
Bei genauer Betrachtung sei in den letzten Jahren ein gewisser Abstieg des Regensburg-Marathons zu erkennen gewesen, trotz der stets perfekten, läuferfreundlichen Organisation: „Vom einstigen Spitzenplatz im nationalen Marathon-Ranking war schon lange keine Rede mehr, die Gesamt-Teilnehmerzahl von rund 7.000 konnte nur noch mit Hilfe des enormen Andrangs beim weitaus weniger lukrativen Mini-Marathon gehalten werden. Beim Marathon selbst sowie beim Halbmarathon waren die Teilnehmerzahlen aber stark rückläufig”, sagen die kritischen LLC-Mitglieder.
Trotz allem sei ein Neuanfang im Jahr 2013 nicht auszuschließen: „Unmöglich ist das nicht. An der Motivation und Einsatzbereitschaft der Vereinsmitglieder wird es ganz bestimmt nicht scheitern. Auch die Absage des Marathon 2012 hat damit nichts zu tun.”
Autor: Rainer Wendl
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