Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ermittelt derzeit gegen 18 Personen wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung. Ihnen liegt zur Last, Landrat Wölfl in Einzelfällen für seine Dienstausübung Vorteile gewährt zu haben. Das Verfahren ist durch eine anonyme Anzeige Ende August 2011 in Gang gekommen.
Am Mittwoch wurden von der Polizei insgesamt 34 Objekte durchsucht, um Beweismaterial sicher zu stellen. Durchsucht wurden Gebäude und Firmen m Bereich Stadt und Landkreis Regen, Landkreis Deggendorf, Landkreis Freyung-Grafenau sowie in Nordrhein-Westfalen. Bei den Durchsuchungsobjekten handelt es sich um Wohn- und Geschäftsräume von Gewerbetreibenden bzw. Selbständigen. Die Durchsuchungsaktion bezog sich auch auf das Landratsamt Regen.
Landrat Michael Adam erklärte gegenüber dem Wochenblatt, dass er die Aktion der Staatsanwaltschaft grundsätzlich begrüße, „auch wenn das natürlich wieder großen Wirbel macht." Er stellte zudem klar, dass keine Ermittlungen gegen das Landratsamt oder dessen Mitarbeiter laufen, sondern gegen Dritte, die in mögichem geschäftlichen Kontakt zu Heinz Wölfl standen. „Ich hoffe, dass es bald zu Ergebnissen kommt", so Adam. Denn: Er und die Mitarbeiter des Landratsamts seien ständig damit beschäftigt, Baumaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte aufzurollen und sich gegen den Vorwurf der Korruption wehren zu müssen. „Das haben unsere Mitarbeiter im Landratsamt nicht verdient, denn es hat sich nach jetzigem Kenntnisstand niemand etwas zu Schulden kommen lassen", so Adam.
Schnelle Ergebnisse erhofft er sich auch von der Staatsanwaltschaft, um bald möglichst die versprochenen drei Bürgerversammlungen im Landkreis abhalten zu können, in denen er Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Nachforschungen im Fall Wölfl bekannt geben will. „Nur momentan gibt es nichts zu berichten", macht er deutlich. Noch liegen keine Ergebnisse der Staatsanwaltschaft vor und bevor dies nicht der Fall sei, mache es für ihn keinen Sinn, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Wir im Landratsamt geben alle Erkenntnisse und Unterlagen die wir haben an die Staatsanwaltschaft weiter, mehr können wir im Moment nicht tun."
Bei den Durchsuchungen am Mittwoch wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Auswertung wird längere Zeit in Anspruch nehmen, teil die Staatsanwaltschaft in Deggendorf mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.
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