Bodenmais steht ein bewegtes Jahr bevor: BTM-Chef Andreas Lambeck wird im Spätsommer den Ort verlassen, ein neuer Geschäftsführer für die Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH wird derzeit gesucht. Vielleicht hielt man deshalb den Zeitpunkt für gegeben, in einer Podiumsdiskussion über die Zukunft von Bodenmais zu sprechen. Hochrangiges war auf der Bühne vertreten: Neben Lambeck und Bürgermeister Joli Haller gaben sich auch der Landrat Michael Adam, DEHOGA-Präsident Ulrich Brandl, TVO-Vorsitzender Dr. Michael Braun, der BTM-Aufsichtsrat Martin Schmid und der Vorsitzende des Vereins für Wirtschaft und Tourismus Matthias Schweikl gaben sich die Ehre. Als Hausherr war auch Josef Kagerbauer mit am Podium, die Runde wurde moderiert und geleitet von Landratsamts-Sprecher Heiko Langer.
Das Restaurant bei Joska war gut gefüllt, die Stimmung unter den Zuhörern sicherlich erwartungsfroh. Doch letztlich blieb der Abend viele Fragen schuldig - denn Konkretes gab es kaum zu hören. Wie auch? Der Nachfolger oder die Nachfolgerin für Andreas Lambeck ist noch nicht gefunden, genauer gesagt endet am Freitag, 15. Februar, die Bewerbungsfrist. Wer sollte also etwas über die Zukunft sagen können?
Bürgermeister Joli Haller zum Beispiel. Er konnte tatsächlich davon berichten, dass Aufsichtsrat und Marktrat in Klausur gegangen sind, um über den künftigen Weg des Tourismus zu beraten. Das Ergebnis war einhellig, so Haller: „Am Konzept der BTM wird nicht gerüttelt“, sagte er. „Sie wird auch künftig eine selbstständige Gesellschaft bleiben. Das ist nötig, um flexibel auf die Erfordernisse des Tourismus-Marktes reagieren zu können." Ein klares Statement für die Fortführung des jetzigen Weges.
Das war wohl die einzige Antwort, die es auf die Zukunftsfrage gab. Denn alles andere waren Vorschläge, Wünsche, vielleicht Hoffnungen. Wobei: Vor allem der Hotelier Matthias Schweikl hat mit einem sehr konkreten Vorschlag sicherlich die Grundlage für eine neue Diskussion geschaffen. Er machte deutlich, dass Bodenmais nur gut vermarktet werden könne, wenn jeder einzelne dafür Geld in die Hand nähme. Sein Vorschlag: Jeder Vermieter soll knftig pro Monat und Bett zwei Euro an die BTM zahlen, „wenn jeder dazu bereit wäre, dann könnten wir gemeinsam viel erreichen“, appellierte er an die Bodenmaiser.
Letztlich vielleicht der Tenor der Abendveranstaltung und das Fazit, das übrig bleibt: Alle Podiumsmitglieder waren sich einig, dass die BTM mit Andreas Lambeck in den vergangenen sechs Jahren wichtige und gute Arbeit geleistet habe. Auch, dass Bodenmais auf einem Erfolgsweg sei, der für viele andere Tourismus-Orte in Bayern nur Wunschtraum sei. Natürlich sei Andreas Lambeck ein schwieriger Mensch, der mit seinem Tempo vielleicht so manchen überforderte. Josef Kagerbauer junior verglich Lambeck mit einem Dirigenten, der ein ein völlig unvorbereitetes Ensemble ein unbekanntes Stück spielen lässt. Das Orchester sei immer mehrere Schläge hinter dem Dirigenten zurück.
Der einzige Änderungswunsch, der sich in der Diskussion entwickelte war es, die Diskussion, das Gespräch und die gegenseitige Information zwischen BTM und Vermietern künftig noch mehr zu verbessern. Der Appell, die Bodenmaiser zu einer Einheit zu verschwören, beendete den Abend – das Motto ist in vielen Bereichen nicht unbekannt: „Gemeinsam sind wir stark!"
Die Antworten, die noch ausstehen, werden wohl erst gegeben werden können, wenn die BTM unter neuer Führung ist. Dann werden Bürgermeister und neuer Geschäftsführer die Strategie festlegen. Doch bis es soweit ist, gilt es abzuwarten. Rund 30 Bewerbungen aus ganz Deutschland sind in Bodenmaiser für die Stelle eingegangen, wie Haller berichtete. Dabei „ist vom Hotelmanager bis zum Pagen alles dabei“, sagte er scherzhaft. Jetzt schon eine Aussage zu treffen, wer künftig die BTM leiten wird, sei noch zu früh. Wie sieht also die Zukunft von Bodenmais aus? „Bodenmais hat das Potenzial als Tourismusort in Deutschland die erste Geige zu spielen“, sagte Ulrich Brandl. Die Voraussetzungen dafür hat Andreas Lambeck in sechs Jahren Arbeit geschaffen.




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