wahlen
29.06.2012 Warschau

Buffon zeigte uns, wie man singt

Italienischer EM-Sieg über Deutschland: Lag´s an der Nationalhymne?


Eigentlich zeichnete sich der Ausgang des EM-Halbfinal-Spiels Deutschland gegen Italien schon vor dem Anpfiff ab...

Millionen von TV-Zuschauer sahen und hörten, wie die italienische Mannschaft voller Entschlossenheit ihre schmissige Nationalhymne mitschmetterte. Sie sahen einen Buffon, der mit fest zugekniffenen Augen so inbrünstig mitsang, dass ihm die Stirnadern hervortraten (Foto).

 

Es folgte der gesangliche Auftritt der deutschen Mannschaft, der vielen Deutschen mal wieder ein Stirnrunzeln entlockte: Zaghaft bewegten einige Spieler ihre Lippen. Ein Özil, ein Podolski oder ein Khedira blieben ganz stumm und starrten an der Kamera vorbei ins Leere. Der deutsche Gesangsauftritt wirkte blutleer und unentschlossen. Die Italiener dagegen verkörperten mit ihrer kollektiven Gesangspower das viel zitierte „Mia san mia"-Gefühl.

 

Der Ausgang des Spiels ist bekannt: Die entschlossenen Italiener ließen die zaghaften Deutschen aussehen wie Schulbuben und zogen mit einer starken Mannschaftsleistung ins EM-Finale ein. Die Deutschen wiederum können wieder einmal ein Lied davon singen, wie es ist, in einem entscheidenden K.o.-Spiel den Kürzeren gezogen zu haben.

 

Vielleicht wollten die Deutschen mit ihrer uninspirierten Gesangsleistung aber einfach nur mal wieder das große Vorbild Spanien kopieren? Iniesta, Xavi und Co. singen nämlich bei ihrer Nationalhymne überhaupt nicht mit. Das liegt allerdings daran, dass die spanische Hymne tatsächlich keinen Text hat... 

Autor: Martin Reitmeier