13.02.2017 Passau

Auch die Werte für Stickoxid sind deutlich überhöht

Weiterhin schmutzige Luft in Passau

Auspuff, Autoabgase, Abgase
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD weist darauf hin, dass die Passauer Atemluft anhaltend durch Feinstaub verschmutzt ist.

„Durch Aussitzen, wie es die Stadt Passau praktiziert, verbessert sich die Situation nicht“, bekräftigt Bernd Sluka, der Vorsitzende des VCD Kreisverband Passau. Auch die Werte für Stickoxid sind in Passau deutlich überhöht. Die Messwerte der Station am Stadtrand pendelten in der letzten Woche um 40 Mikrogramm Feinstaub „PM10“ je Kubikmeter Luft. Diese Anlage misst laut Umweltbundesamt die Hintergrundbelastung. Die tatsächlichen Werte in der Innenstadt und den Passauer Straßenschluchten liegen um Vielfaches höher und damit weit über dem Grenzwert von 50 Mikrogramm.

 

Realistisch gerechnet wurde dieser Wert in Passau in diesem Jahr schon etwa 25-mal überschritten und damit das Kontingent von 35 geduldeten Überschreitungen schon Anfang Februar fast ausgeschöpft. „Die Stadtverwaltung wird sich natürlich auf die Messstation berufen, und so zu geringeren Zahlen kommen, obwohl sie selbst weiß, dass diese Messung nicht die tatsächliche Belastung der Menschen zeigt", kündigt Sluka an.

 

Aktuell lag der offizielle Wert bei 44 Mikrogramm gemittelt über den ganzen Samstag, was im Zentrum mindestens 60 bedeutet und Spitzenwerte weit über 100 erwarten lässt. Der VCD hat heute gegen 9 Uhr selbst am Ludwigsplatz 89 und in der Nikolastraße 102 Mikrogramm gemessen.

 

Der offizielle Spitzenwert von Stickstoffdioxid lautete am Freitag 100 Mikrogramm. Geduldet werden 40 Mikrogramm über das ganze Jahr gemittelt. Das wurde am Freitag zu allen Zeiten selbst am eher sauberen Stadtrand überschritten. Bei zu viel Feinstaub in der Luft sollten Auto- und Lkw-Fahrten eingeschränkt und Heizungen, besonders Holzheizungen, gedrosselt werden. Stickoxide, die fast ausschließlich aus Diesel-Autos stammen, erfordern vor allem eine effektive Verringerung der Fahrten dieser Autos.

 

Feinstaub entsteht durch Abrieb (Reifen, Straßenbelag, Bremsen) Aufwirbelung von der Straßenoberfläche und vor allem durch die Verbrennung von Kraftstoffen und aus Heizungen. Feinstäube verursachen Entzündungen, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen und erhöhen die Sterblichkeit der Bevölkerung. Von den unsichtbaren Feinstaubpartikeln können die kleinsten durch die Lunge bis in die Blutbahn eindringen und so im ganzen Körper Schäden erzeugen. Die Schädigung ist um so stärker, je länger die Einwirkung stattfindet und je mehr Feinstaub einwirkt. Stickstoffdioxid ist ein ätzendes Reizgas, das ähnliche Krankheitswirkungen wie Feinstaub hat.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD weist darauf hin, dass die Passauer Atemluft anhaltend durch Feinstaub verschmutzt ist.
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Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD weist darauf hin, dass die Passauer Atemluft anhaltend durch Feinstaub verschmutzt ist.

Autor: pm/jg

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