08.12.2016 Passau

34. ScharfrichterBeil-Verleihung 2016

Norbert Spieß-"Bürger from the hell" gewinnt Passauer Kabarettpreis ScharfrichterBeil

Norbert Bürger
Foto: Milli Orthen
„No money, no bunny“, aber das 34. ScharfrichterBeil gewonnen: Norbert Bürger mit der Rockstar-Parodie "Bürger from the hell".

Am Mittwoch, 7.12.2016, wurde auf der Bühne des Passauer ScharfrichterHaus der Wettbewerb um das 34. ScharfrichterBeil ausgetragen.

Der erste Preis und somit das große Beil geht an Norbert Bürger, der zweite Preis, mit dem mittleren Beil an Nektarios Vlachopoulos, das kleine Beil und somit den dritten Preis erhält das österreichische Trio Zur Wachauerin.

Unter der Moderation des Österreichischen Kabarettisten Hosea Ratschiller traten sechs Finalisten an, um die begehrte Trophäe, das scharfgeschliffene ScharfrichterBeil zu gewinnen.


Der Gewinner kann sich einreihen in eine Abfolge von illustren Namen, wie H.P. Kerkeling (1983), Andreas Giebel (1985), Urban Priol (1986), Günter Grünwald (1988), Rolf Miller (1994), Luise Kinseher (1999), Ludwig Müller (2000), Hagen Rether (2004), Torsten Sträter (2012) und Friedemann Weise (2013).

 

1. Platz: Norbert Bürger „Bürger from the Hell“
Er stößt vor zum Kern des Rock´n´Roll und findet darin den totalen Spießer. Ein clownesker Parodist, der mit lakonischen Texten („No money, no bunny“) gängige Denkstrukturen entlarvt. Seine „House-Musik“ mit entgleisenden Akkorden und verrückt spielender Technik, kontrastiert wirkungsvoll seine verklemmte und beklemmende Kunstfigur.

 

Norbert Bürger (geb. 1967) studierte Musik am Richard-Strauss-Konservatorium, spielte als Jazz- und Rock-Musiker in diversen Bands und entdeckte nebenbei den Komödianten in sich. Er war zehn Jahre lang mit dem Musikkabarett-Duo „Orchester Bürger Kreitmeier“ unterwegs und heimste dabei alle renommierten Kabarettpreise ein, darunter den Prix Pantheon und den Deutschen Kleinkunst-Preis. Während dieser Zeit entwickelte Norbert Bürger seine Bühnenfigur, den verklemmten Spießer und unberechenbaren sowie leicht psychopatischen Virtuosen an der E-Gitarre, dem er nun als „Bürger from the hell“ in seinem aktuellen Programm „I’m a rocker“ eine skurrile Rockshow auf den Leib geschneidert hat, die in der deutschsprachigen Kabarettlandschaft ihresgleichen sucht und bereits mit dem Publikumspreis des internationalen comedyarts Festival Moers ausgezeichnet wurde.

Zudem ist Norbert Bürger Mitglied des Ensembles der Lach- und Schieß-Gesellschaft in München.

 


2. Platz: Nekatrios Vlachopoulos
Er jongliert mit Worten, mit Katzen und Tatzen. Sprachlich präzise bringt er in einem langen Multinationalitätenwitz die derzeitige politische Lage auf den Punkt, ohne Pointe.

Nektarios Vlachopoulos, 1986 geboren, Slampoet und Humorist, Deutschlehrer mit griechischem Integrationshintergrund. Er tritt seit März 2008 auf Literaturveranstaltungen zwischen Flensburg und Zürich auf. 2011 gewann er das
große Finale der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaft in der Hamburger 02-World, 2012 die Rheinland-Pfälzische und 2015 die Baden-Württembergische Poetry Siam Meisterschaft. Seine Texte zeichnen sich durch Geschwindigkeit, Präzision und absurden Humor aus.

 


3. Platz: Zur Wachauerin
Selten hat uns jemand so entspannt unter dem „kasigen Drageekeksmond“. Sie haben es geschafft, als letzter Act, das Tempo rauszunehmen und uns zu bewegen.

"Wachauer Lieder mit Biss" betiteln die drei Musiker aus Ostösterreich ihre Art von Musik. Michael Bruckner und Fabian Pollack (geb. 1979) bearbeiten die traditionellen Lieder aus der Wachau, dem berühmten Donautal siebzig Kilometer flussaufwärts von Wien, mit zwei Gitarren und geben der Musik eine völlig neue Richtung. Der Dritte im Bunde, Wolfgang Kühn (geb. 1965) hat neue (Mundart-) Texte geschrieben, die mit den Lyrics des traditionellen Liedgutes jedoch absolut nichts gemein haben. Es wird nicht gesungen, bloß gesprochen, mal langsamer, mal schneller, teils unrhythmisch, teils in einer Art und Weise, die einen Radiojournalisten den Ausdruck "Donaurap" kreieren ließ.

 

Publikum und Jury waren sich auch in diesem Jahr einig: Der Publikumspreis geht an den verdrucksten Neurotiker Norbert Bürger – alias „Bürger from the Hell“.

 

Der Nachwuchswettbewerb ScharfrichterBeil 2016 wird im Hörfunk auf Bayern 2 in den „radioSpitzen“ am Freitag, den 9.12.2016, 14.05 bis 15.00 Uhr und am Samstag, den 10.12.2016, 20.05-21.00 Uhr übertragen: München 88,4 und 89,5 MHz, Passau 93,2 MHz


Am Donnerstag, den 8.12.2016, wird  in der Abendschau des Bayerischen Fernsehen ab 17.30 Uhr, in der Rundschau um 16.45 Uhr/18.45 Uhr und im Rundschau-Magazin um 21.45 Uhr ausführlich über die Scharfrichterbeil-Verleihung 2016 berichtet.

Autor: PM