06.09.2017 Haidmühle

Nordkoreas Nukleartest:

Kims Bombe bebte sogar im Bayerischen Wald!

Die seismischen Wellen, die durch den Atombombentest in Nordkorea ausgelöst wurden, wurden auch an der IMS-Messstation GERES bei Haidmühle aufgezeichnet.
Foto: Screenshot/BGR
Explosion am 3. September in IMS-Messstation GERES bei Haidmühle registriert.

Das Erdbeben nach dem Raketentest in Nordkorea wurde sogar in der Messstation GERES (PS19) bei Haidmühle, Landkreis Freyung-Grafenau, gemeldet. Das Gebäude befindet sich nahe dem Dreiländereck Deutschland, Österreich, Tschechien – rund um den Sulzberg. An dieser Station werden seismische Signale, die durch Explosionen oder Erdbeben verursacht werden und sich im Erdinneren ausbreiten, registriert.


So bebte Kims Atombombe auch im Bayerischen Wald, denn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat die seismischen Wellen vom mutmaßlichen Atombombentest dort verzeichnen können. Am 3. September um 3.30 Uhr Weltzeit (12 Uhr Ortszeit, 5.30 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit) kam es in der nordkoreanischen Provinz Nord-Hamgyong zum Nukleartest. Zirka 11,6 Minuten nach der Explosion wurden die Signale an der 8.200 Kilometer entfernten Station GERES bei Haidmühle aufgezeichnet.


„Explosion um ein Vielfaches stärker“


Der BGR zufolge handelt es sich bei dem Epizentrum der aktuellen Explosion um das selbe wie bei den Kernwaffentests in Nordkorea am 9. Oktober 2006, 25. Mai 2009, 12. Februar 2013 sowie am 6. Januar und 9. September 2016. Das Ereignis vom 3. September 2017 fand also auf dem nordkoreanischen Testgelände statt.


Bei dem aktuellen Vorfall konnte außerdem eine erhebliche Steigerung der Magnitude festgestellt werden. 6,1 wurde am 3. September verzeichnet, die Magnituden der letzten Tests lagen dagegen zwischen 4,1 und 5,3.


Die Sprengkraft lag bei den vorherigen Tests zwischen 10 und 25 Kilotonnen TNT-Äquivalent. Laut BGR liegt die Sprengkraft der aktuellen Explosion nach ersten Abschätzungen bei wenigen hundert Kilotonnen TNT-Äquivalent: „Die Explosion ist somit um ein Vielfaches stärker als die bisherigen Nukleartests Nordkoreas.“

Innerhalb weniger Minuten kam es bereits zu einem weiteren Erdbeben – am selben Ort. Die Amplituden wurden allerdings um 60 Mal kleiner als bei der vorherigen Explosion angezeigt. Das bestätigen regionale Stationen, die 370 bis 700 Kilometer vom nordkoreanischen Testgelände entfernt sind.


Weiterhin schreibt die BGR auf ihrer Seite: „Ob es sich hierbei um einen Einsturz des Hohlraums oder ein tektonisches Nachbeben – ausgelöst durch die starke Explosion – handelt, lässt sich zum jetzigen Stand der Untersuchungen noch nicht sagen.“ Und: Allein durch die seismischen Signale kann man aber nicht feststellen, ob die Explosion durch ein auf Kernspaltung basiertes Design oder eine thermonukleare Bombe nach dem Prinzip der Kernfusion bzw. Wasserstoffbombe ausgelöst wurde. Der Ursprung der Explosion kann erst nachgewiesen werden, wenn Radionuklide in die Atmosphäre gelangen.


Verbreitung über nordöstliche Richtung


Nach ersten Vorhersagen des aktuellen atmosphärischen Transports wird es zu einer Ausbreitung in nordöstliche Richtung über russisches Gebiet kommen, wie die BGR mitteilt. Aber auch nach mehreren Wochen können an anderen Orten zugehörige Radionuklide nachgewiesen werden. 

Autor: tk

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