25.01.2012 Passau
Artikel versenden Artikel drucken Kommentare ansehen(0)

Diskussion um Hitler-Buch

Zehnpfennig: „'Mein Kampf' - Diskussion völlig überzogen"

Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig
Foto: Uni Passau
Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig, Politologie-Professorin an der Universität Passau, hält „Mein Kampf"-Diskussion für „völlig überzogen".

Vor einem Jahr erlangte die Passauer Politikprofessorin Barbara Zehnpfennig bundesweit Bekanntheit, als sich herausstellte, dass der damalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg unter anderem auch bei ihr für seine Doktorarbeit abgekupfert hatte. Jetzt meldet sich die Totalitarismus-Expertin in der Diskussion um eine Veröffentlichung von Auszügen aus dem Hitler-Buch "Mein Kampf" zu Wort. Sie hält diese für „völlig überzogen". Im Streit mit dem Freistaat Bayern hat der britische Verleger Peter McGee heute einen Rückzieher gemacht und schwärzt die Hitler-Zitate in der Zeitschrift "Zeitungszeugen".

 

Professorin Zehnpfennig sagte dem Bayerischen Rundfunk, sie sehe „kein Problem darin, Auszüge aus 'Mein Kampf' zugänglich zu machen - zumal dann nicht, wenn es - wie in der vorliegenden Form - wissenschaftlich flankiert wird". Zehnpfennig betonte auch, dass die Rechte an "Mein Kampf" 2015, 70 Jahre nach dem Tod des Autors, ohnehin erlöschen und „dann wird das Buch gedruckt werden".

 

Die Totalitarismus-Expertin aus Passau hat selbst bereits einen Studienkommentar zu dem Buch heraus gebracht. Zehnpfennig hält es für ausgeschlossen, dass sich nach 70 Jahren Demokratie „jemand von den Gedanken dieses Buches unmittelbar infizieren lassen könnte". „Mein Kampf" sei in „unbeholfener Diktion" geschrieben, die Lektüre kein Vergnügen, so Zehnpfennig.

 

Weil man das Buch damals nicht ernst genommen habe, sei Hitler maßlos unterschätzt worden. „Was ich nicht verstehe, ist, dass man das noch immer tut, nachdem man weiß, was er getan hat", erklärte Zehnpfennig dem BR. Mit dem Buch habe man schließlich „einen Zugang zu seinem Gehirn - deswegen war mir das immer völlig unbegreiflich, dass man das so obenhin abtut, und sich niemand ernsthaft auseinandersetzt". Mit Vokabeln wie Wahnsinn oder Größenwahn mache man es sich bei Hitler zu leicht.
 



Autor: br


Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Welche Jahreszeit kommt nach dem Herbst: 


pfeil