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26.09.2012 Ruhstorf/Passau

Wegen Bischof Schraml

Hatz verbannt „Hacklberger" aus seinem Betrieb!


Der Unternehmer aus Ruhstorf (F.) legt sich erneut mit Passaus Kirchenoberhaupt an.

Nach wie vor ist der Ruhstorfer Unternehmer Wolfram Hatz (Motorenfabrik Hatz) auf den Passauer Bischof Wilhelm Schraml alles andere als gut zu sprechen. Seitdem Passaus Kirchenoberhaupt einen straffällig gewordenen Priester aus Ruhstorf wegversetzt hat, brodelt es in der Gemeinde.

 

Hatz ist einer der Katholiken, der sich kein Blatt vor dem Mund genommen hat, offen für den beliebten Priester eingetreten ist und einen wütenden Brandbrief an den Bischof öffentlich gemacht hat. Der Zorn von Hatz geht jetzt sogar so weit, dass er nach vielen Jahren den Vertrag mit der Hacklberger Brauerei für sein Unternehmen aufgekündigt hat!

 

Bis vor kurzem war noch die Hacklberger Brauerei der exklusive Getränkelieferant Nummer Eins für das Unternehmen Hatz mit rund 900 durstigen Mitarbeitern. „Es ist für uns nie eine andere Brauerei in Frage gekommen”, sagt Hatz. Jetzt allerdings hat die Motorenfabrik 25 nagelneue Getränkeautomaten geordert, in denen es die Produktpalette der „Hutthurmer Brauerei” gibt. „Wir haben einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen”, bestätigte Hatz der PaWo.

 

Er bestätigt auch, dass diese Entscheidung direkt mit der Personalpolitik von Bischof Schraml – im speziellen Fall auf den ehemaligen Ruhstofer Pfarrer bezogen – zusammenhängt: „Die Hacklberger Brauerei gehört zum Bistum und ich bin nicht bereit, dass ein Bischof Schraml an mir mehr Geld verdient als über meine Kirchensteuer hinaus.”

 

Hatz betont allerdings auch, dass er seine Entscheidung bedauert: „Wir haben eigentlich all die Jahre gut mit der Hacklberger Brauerei zusammengearbeitet und hatten auch ein gutes Verhältnis. Die Brauerei-Mitarbeiter können da jedenfalls nichts dafür.” Erst neulich hatte ÖDP-Chef Sebastian Frankenberger für Aufsehen gesorgt, da er im TV Passaus Kirchenoberhaupt als „Pharisäer” bezeichnet hatte. „Eigentlich mag ich den nicht und bin auch politisch ganz weit weg von ihm”, sagt Hatz. „Doch in Sachen Bischof kann ich eine gewisse Deckungsgleichheit zu Frankenberger feststellen.”

 

Die Diskussion um Passaus Oberhirten scheint im Bistum kein Ende zu nehmen: Mit seiner Entscheidung gegen die Hacklberger Brauerei hat der Ruhstorfer Motorenfabrikant jedenfalls erneut ordentlich Öl ins Feuer der Bischofskritik gegossen. 

Autor: Martin Reitmeier