17.02.2017 Vilshofen

SPD-Landtagsabgeordnete informieren sich in der Landkreisklinik Vilshofen

Ein Kreiskrankenhaus steht heute vor vielen Herausforderungen

Von links: Max Draxinger, Florian Gams, Bernhard Roos, Kathrin Sonnenholzner, Helmut Hopper, Herbert Pichler, Josef Mader
Foto: Bürgerbüro Bernhard Roos MdL
Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathrin Sonnenholzner, besuchte auf Einladung ihres Kollegen Bernhard Roos seinen heimatlichen Landkreis Passau.

Im Vilshofener Kreiskrankenhaus trafen sich die Abgeordneten zum Runden Tisch mit den Geschäftsführern Herbert Pichler und Cornelia Bönnighausen, Pflegedienstleiter Helmut Hopper, Verwaltungsleiter Josef Mader, Kreisrat und Röntgenleiter Max Draxinger und Bürgermeister Florian Gams.

 

Geschäftsführer Pichler und Bönnighausen stellten das Unternehmen mit seinen vielfältigen Standorten und seinen zwei Schulen vor und Verwaltungsleiter Mader führte die Besucher anschließend durch das Krankenhaus. Die Abgeordneten zeigten sich beeindruckt davon, dass das Kreiskrankenhaus nur in geringem Umfang auf Outsourcing-Modelle zurückgreift, eine Entwicklung, die in vielen deutschen Krankenhäusern überhandnimmt. Dazu Bernhard Roos: „Ich bin froh, dass es in meiner Heimat noch gelingt, einen so sensiblen Bereich in öffentlicher Hand zu halten. Die medizinische Versorgung unser Bürgerinnen und Bürger ist nicht für die Regeln der freien Wirtschaft geschaffen.“

 

Insgesamt war man sich einig, dass das Kreiskrankenhaus gut aufgestellt ist für die Zukunft. Die Auslastung ist überdurchschnittlich gut und damit verbunden wurde auch kontinuierlich die Anzahl der Beschäftigten erhöht. So hat sich die Anzahl der Vollkräfte in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent erhöht. Auch sind einige Baumaßnahmen in Planung, so zum Beispiel der Neubau der Akutgeriatrie in Vilshofen, um die zunehmend älteren Patienten angemessen versorgen zu können. Dabei kritisierte Geschäftsführer Pichler, dass Krankenhäuser mühsam um die nötigen Gelder zur Modernisierung ringen müssen: „Krankenhäuser werden in der Öffentlichkeit nur als Kostenfaktor wahrgenommen, im Gegensatz zu Ärzten und der Pharmazie – wir bieten unersetzliche medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung und diese kann natürlich nicht zum Nulltarif gewährleistet werden.“

 

Abgeordnete Sonnenholzner (SPD) pflichtete bei: „Moderne, leistungsfähige Krankenhäuser auch in ländlichen Gegenden müssen unserer Gesellschaft und auch der Staatsregierung etwas wert sein. Vom Freistaat Bayern werden 500 Mil. Euro an Mitteln gestellt – dabei sind über 800 Mil. nötig, um die Versorgung zu sichern“. Zudem wären die Krankenhäuser durch zunehmend überfüllte Notaufnahmen und zeitraubende Bürokratie zusätzlich belastet. „Es ist an der Zeit, auf die Herausforderungen endlich nachhaltig zu reagieren und unsere Gesundheitsversorgung fit für die Zukunft zu machen“, so Sonnenholzner, die von der Staatsregierung eine flächendeckende Krankenhausplanung und langfristig die Umstellung auf die Poliklinik fordert. Das würde bedeuten, dass Krankenhäuser in Zukunft angeschlossene Ärztepraxen beinhalten.

Autor: pm/jg

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