09.08.2017 Passau

„NixNutz“ wird Fan-Pub:

Britische Rock-Stars adeln Passauer Wirt!

Passauer Wirt stolz wie Oskar: Marillion-Edelfan Severin Schneider (3. von rechts) bekam von den Kult-Rockern (von links) Mark Kelly (Keyboards), Steve Rothery (Gitarre), Ian Mosley (Schlagzeug), Steve Hogarth (Gesang) und Pete Trewavas (Bass) persönlich das von ihnen signierte neue Kneipen-Schild fürs »NixNutz« überreicht.
Foto: Kühndel
Kultband „Marillion“ erklärt Severin Schneiders Kneipe zum weltweit ersten offiziellen Fan-Pub.

Wer die Passauer Kneipe „NixNutz“ in der Innstadt besucht, dem sticht eins sofort ins Auge: Wo man auch hinblickt, hängt oder steht irgendwas, das mit der Prog-Rock-Kultband „Marillion“ zu tun hat – Vinylscheiben, Poster, Plattencover, T-Shirts, ja sogar am Getränkekühlschrank wurde der Bierlabel-Schriftzug mit dem Aufdruck des aktuellen „Marillion“-Albums „F.E.A.R.“ ersetzt. Wirt Severin Schneider (47) hat sein „NixNutz“ zur Marillion-Fanzentrale stilisiert. Jetzt haben ihn dafür die britischen Rockstars, die 1985 mit dem Song „Kayleigh“ einen Welthit und Klassiker des Genres landeten, regelrecht geadelt: Schneider darf ab sofort das „NixNutz“ offiziell als Marillion-Fanpub bezeichnen – der weltweit erste und einzige überhaupt und abgesegnet von den Bandmitgliedern höchstpersönlich!


Marillion-Fans Severin Schneider und seine Lebensgefährtin Simona Kühndel: Das Album »Fear« haben sie natürlich in der Ultimate Deluxe-Editon - und noch neun weitere Pressungen!
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Marillion-Fans Severin Schneider und seine Lebensgefährtin Simona Kühndel: Das Album »Fear« haben sie natürlich in der Ultimate Deluxe-Editon - und noch neun weitere Pressungen!
Mit 14 Jahren hat Severin Schneider zum ersten Mal einen Marillion-Song gehört – der Auftakt zu seiner „längsten Beziehung in meinem Leben.“ Bis dato hat er erst eine Marillion-Tour verpasst. Vom jüngsten Album „F.E.A.R.“ hat er nicht ein Exemplar, sondern zehn – darunter die aufwendige Ultimate Deluxe-Edition, eine Deluxe-Vinylpressung, eine limitierte signierte CD-Box und eine japanische, eine russische und eine US-CD-Pressung. Drauf ist überall das gleiche, aber für einen Edelfan wie Severin ist dieser Aufwand ein Muss! Er hat auch nicht von jeder Tour nur ein Fan-T-Shirt, sondern zwei: Das eine trägt er, bis es ihm vom Leib fällt – das andere liegt in seinem persönlichen Marillion-Archiv auf dem Dachboden. Und das ist voll von allem, was auch nur irgendwie mit Marillion zu tun hat.


Klar, dass Severin Schneider im Team des deutschen Fanclubs „The Web Germany“ mitwirkt. Dieses versorgt die über 1.000 Mitglieder starke Fangemeinde u.a. mit News, redaktionellen Beiträgen für das Fanclub-Magazin „Made Again“ und kümmert sich um Organisatorisches. Marillion sind für Severin Schneider zu einem großen – und aufwendigen – Stück Lebensinhalt geworden, mehr als ein Hobby, mehr als bloß Leidenschaft: Er steckt sein ganzes Herzblut hinein! Ein „irrer Fan“?


Nun, da ist er nicht allein! Es gibt kaum eine Band, die mit ihren Fans dermaßen verwurzelt und vernetzt ist, wie die Erfinder des Neo Progressive Rocks – weltweit rund um den Globus sind die Marillion-Anhänger in Fanclubs organisiert. Band und Fans treffen sich alle zwei Jahre für drei Tage zur Marillion-Convention – ein Konzertshow- und Happening-Ereignis, das seinesgleichen sucht. Über 3.000 „Marillion-Verrückte“ aus über 50 Ländern versammeln sich dazu im niederländischen Port Zelande-Centerpark – und Severin Schneider und seine Lebensgefährtin Simona Kühndel (34), die das Marillion-Fieber ebenfalls schnell gepackt hat, sind da natürlich stets mit dabei.


Und genau das ist das Phänomen Marillion: zum einen die opulente Gänsehaut-Musik, zum anderen aber die große Familie, die die Fans untereinander mit der Band bilden. In dieser Fangemeinde sind Freundschaften, ja Liebschaften entstanden – rund um die Welt. Ob Krebs-Diagnose oder Trennungsschmerz – wer sich in dieser Fangruppe öffnet, bekommt Rat und Zuspruch. „Hier kümmert sich einer um den anderen. Wenn ich zum Beispiel zu einem Konzert nach London fliege, brauch ich mich um nichts zu sorgen, Fan-Freunde helfen mir“, schwärmt Simona Kühndel. „Und wenn du ganz allein auf der Welt zu sein glaubst – hier sind genügend Leute, die sich um einen kümmern.“


Aufwendige Show, opulente Gänsehaut-Musik: Die Erfinder des Neo Prog Rock begeistern ihre Fans nun seit über 30 Jahren. Severin Schneider und Simona Kühndel begleiteten die Kultband auf ihrer Deutschland-Tour im Juli, schreiben ein Tour-Tagebuch für Fans und Band.
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Aufwendige Show, opulente Gänsehaut-Musik: Die Erfinder des Neo Prog Rock begeistern ihre Fans nun seit über 30 Jahren. Severin Schneider und Simona Kühndel begleiteten die Kultband auf ihrer Deutschland-Tour im Juli, schreiben ein Tour-Tagebuch für Fans und Band.
Heuer im Juli begleitete das Team zusammen mit Severin Schneider und Simona Kühndel Marillion auf ihrer Deutschland-Tour, um ein Tour-Tagebuch zu schreiben, beim Merchandise zu helfen oder die Band gegebenenfalls zu unterstützen – acht Konzerte in zehn Tagen. Dass im Rahmen dieser Tour seine Passauer Marillion-Fanzentrale im „NixNutz“ ganz hochoffiziell zum weltweit ersten und bis dato einzigen Marillion-Pub von der Band persönlich geadelt wurde, das hätte Severin Schneider fast umgehauen: Vor ihrem Auftritt am 23. Juli in Köln holten die fünf Rockstars den Passauer Wirt zu sich und überreichten ihm das von allen unterzeichnete Zertifikat dazu: „Wir sind erfreut, dass Severin Schneider ausschließlich ausgewählte, hervorragende Musik in seinem Pub spielt und dafür bestätigen wir ihn als offiziellen Marillion Fan Pub“ heißt es darauf.


Wird jetzt jeder „NixNutz“-Gast von „Missionar“ Schneider zum Marillion-Fan bekehrt? „Sicher nicht, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ein Gast zu mir an die Theke kommt und mich fragt, was denn das für eine Musik sei. Bei großem Interesse gebe ich schon mal ein Marillion-Giveaway oder eine Gratis-Starter-CD mit. Und wer will, kann hier vor Ort direkt Mitglied im Fanclub werden. Kostet im Jahr 20 Euro, dafür gibt‘s drei Magazine und alle Jahre zu Weihnachten eine extra eingespielte Marillion-CD, die es nicht im Handel gibt, geschenkt“, sprach‘s und nimmt einen Schluck Kaffee – natürlich aus der Marillion-Tasse…

Autor: Stefan Brandl

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