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22.08.2012 Passau Casablanca

Jogi, so geht das!

Passauer schnappt sich den FIFA-WM-Pokal!


Was den bayerischen Starkickern Philipp Lahm, Thomas Müller und Co. bislang leider nicht gelingen wollte, das hat heuer ein Passauer Fußballer bereits locker geschafft. Am Rande der FIFA U10/U12 Clubweltmeisterschaft schnappte Fußball-Trainer und Weltenbummler Kai Gockell den Spaniern frech deren Original FIFA-WM-Pokal weg.

Sichtlich stolz postete der Passauer den Schnappschuss mit der wohl prestigeträchtigsten Trophäe der Welt in seiner Facebook-Chronik und erntete von seinen Freunden dafür erst einmal ungläubige Kommentare. Den in der Regel bestens bewachten über sechs Kilogramm schweren Gold-Wanderpokal, der seit 1974 bei Fußballweltmeisterschaften verliehen wird, kriegt man nunmal nicht einfach so im Vorbeigehen in die Finger. Die PaWo erreichte den vermeintlichen Passauer Pokalhelden schließlich im Sommerurlaub an der Côte d’Azur.

 

„Ich arbeite momentan als Coach für Arsenal London in einer Fußballschule in Casablanca in Marokko. Das Foto wurde beim ,Mundialto’, der Weltmeisterschaft für U10/U12-Clubmannschaften aufgenommen, wo wir als Vertreter Marokkos mit unseren Teams am Start waren. Das Turnier fand heuer in Portugal und Spanien statt und der spanische Fußballverband hat den Organisatoren für die Dauer des Turniers großzügigerweise den Original-Pokal zur Verfügung gestellt. Das war echt eine klasse Sache für die Kids”, klärt Gockell auf.

 

Für den Schnappschuss seines Lebens musste der Fußballlehrer jedoch den richtigen Moment abpassen. „Der Pokal war natürlich immer streng bewacht. Bei der Siegerehrung waren die Sicherheitsleute jedoch einen kurzen Moment abgelenkt und das hab ich dann natürlich gleich ganz frech ausgenutzt und mir das Ding gekrallt”, grinst sich Gockell ins Fäustchen.


Dass es überhaupt dazu gekommen ist, das verdankt der Passauer auch ein bisschen seinem niederbayerischen Vorbild, dem Zwieseler „Welttorhüter” Lutz Pfannenstiel. Nach dem Abi am ASG, Ausbildung in München und Kuwi-Studium in Passau bewarb sich der Inhaber der DFB-C-Trainerlizenz 2011 beim FC Arsenal London. „Weil ich kein Engländer bin und die normalerweise keine Ausländer als Nachwuchstrainer verpflichten, habe aber dann erst einmal zwei Wochen zur Probe gearbeitet”, erzählt Gockell.

 

Letztendlich konnte der Passauer seine englischen Chefs trotzdem überzeugen. Gockell will jetzt noch viele Erfahrungen sammeln, „am besten auf der ganzen Welt”, um dann eines Tages wieder nach Deutschland zurückzukehren. „Das, was der Lutz Pfannenstiel als Spieler gemacht hat, versuche ich jetzt eben als Trainer”, so Gockell. Interessante Angebote aus den USA und dem asiatischen Raum sollen ihm bereits vorliegen. Wir meinen: Der Mann wäre doch vielleicht auch mal was für den DFB. Wie man sich den WM-Pokal schnappt, weiß er jedenfalls...
 

Autor: Martin Bauer