15.10.2015 Passau

Von der Universität Passau

„PEGNet Best Practice Award“ für Forscher

Prof. Dr. Michael Grimm (Universität Passau, v.l.) und Luciane Lenz (RWI Essen) nahmen den Preis von Prof. Dr. Manfred Wiebelt (PEGNet) in Berlin entgegen.
Foto: PEGNet
Passauer Forscher sind mit dem „PEGNet Best Practice Award 2015“ ausgezeichnet worden.

Das internationale Forschungsprojekt „Impact Evaluations of Access-to-Energy Interventions Supported by the Netherlands”, das die Wirkungen verschiedener Entwicklungsmaßnahmen der niederländischen Regierung in den Ländern Burkina Faso, Indonesien und Ruanda untersucht hat, ist am 9. Oktober in Berlin mit dem „Best Practice Award 2015“ des Poverty Reduction, Equity and Growth Networks (PEGNet) ausgezeichnet worden.

 

Das Projekt wurde durch die Universität Passau und das RheinischWestfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI) koordiniert und gemeinsam mit Wissenschaftlern der Erasmus Universität Rotterdam durchgeführt. Der „PEGNet Best Practice Award” wird an Projekte verliehen, die ein besonders effektives Zusammenspiel von Wissenschaft und entwicklungspolitischer Praxis vorweisen können. „Bewertet wird neben der Aktualität der Forschungsfragen und der Qualität der Ergebnisse auch, welche Verbindungen zwischen Forschung und Praxis geschaffen wurden und wie nachhaltig die Tragfähigkeit dieser Kooperationswege ist“, sagt Michael Grimm. „Wir freuen uns sehr, dass die Jury unser Projekt in dieser Weise gewürdigt hat.“

 

Im Rahmen des Projekts führte das Team um Prof. Dr. Michael Grimm und Prof. Dr. Jörg Peters (RWI) im Auftrag des niederländischen Außenministeriums insgesamt neun Wirkungsanalysen von Maßnahmen durch, die Haushalten in den Ländern Burkina Faso, Indonesien und Ruanda Zugang zu sauberer, nachhaltiger Energie ermöglichen sollten. In unterschiedlichen Angeboten und Programmen wurden die untersuchten Haushalte mit günstigen, umweltschonenden Alternativen zur bisherigen Energieversorgung, unter anderem beim Kochen, in Kontakt gebracht.

 

„Ziel dieser Maßnahmen ist es, durch neue Quellen für Elektrizität und Kochenergie in diesen Ländern Armut zu reduzieren, andererseits die Umwelt zu entlasten und gesundheitliche Gefahren für die Menschen dort zu verringern. In den meisten Teilen Afrikas südlich der Sahara kocht immer noch ein sehr großer Teil der Bevölkerung über dem offenen Feuer. Dadurch werden nicht nur natürliche Ressourcen in großer Menge verbraucht, der Rauch und die entstehenden Dämpfe belasten die Umgebung und wirken sich gravierend auf die Lebenserwartung der Menschen, vor allem der Frauen und Kinder, aus“, erklärt Michael Grimm.

 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten fünf Jahre lang, in welcher Weise der Wandel in der Energieversorgung – der Wechsel zur Elektrizität, insbesondere zu Strom aus Solar- und Biogasanlagen – sich auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel eines Landes übertragen kann und welche Wirkungen sich konkret feststellen lassen. „Die Analysen gestalteten sich sehr aufwändig, aber es ist uns dadurch auch gelungen, kausale Zusammenhänge zu identifizieren“, so Michael Grimm. „Die Effekte, die wir feststellen konnten, beispielsweise auf den Gesundheitszustand der Menschen, die Lebensgestaltung der Haushalte und auf Wohlfahrts- und Bildungszusammenhänge in diesen Ländern, waren teilweise immens. Es war für uns ein außerordentlich spannendes Projekt, das uns erlaubt hat, zu diesem sehr praxisrelevanten Gebiet eine Reihe von völlig neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beizutragen, die auch entsprechend publiziert werden konnten.“

 

Über PEGNet

Das Poverty Reduction, Equity and Growth Network (PEGNet) wurde 2005 auf gemeinsame Initiative deutscher Entwicklungsökonomen, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und verschiedener ausführender Organisationen, darunter die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und die Kreditanstalt für Wiederaufbau, gegründet. In den zehn Jahren seines Bestehens hat sich PEGNet als eines der größten Netzwerke für Wissenschaftler und Praktiker etabliert, die sich mit den Zusammenhängen zwischen Armut, Ungleichheit und Wachstum in Entwicklungsländern auseinandersetzen.

Autor: pm